Die AfD lebt wie jede andere Partei von drei großen Geldquellen: Mitgliedsbeiträgen, staatlichen Zuschüssen und Spenden. Im Jahr 2024 kam die Partei laut ihrem Rechenschaftsbericht auf Einnahmen von rund 36,3 Millionen Euro.
Ein hoher Anteil davon stammt vom Staat. Gleichzeitig sorgen Großspenden und ein Skandal um verschleierte Herkunft immer wieder für Schlagzeilen.
📌 Fakten Die SPD nahm 2024 rund 54,5 Millionen Euro allein aus Mitgliedsbeiträgen ein – mehr, als die AfD insgesamt an Gesamteinnahmen erzielte. Das Reinvermögen der AfD betrug Ende 2024 laut Rechenschaftsbericht rund 40,9 Millionen Euro. Die CDU erhielt 2024 mit 54,7 Millionen Euro die höchste staatliche Teilfinanzierung aller Bundestagsparteien.
Woher stammen die Millionen der AfD?
Laut den im Bundestag veröffentlichten Zahlen erzielte die AfD 2024 Einnahmen von 36.342.978,06 Euro. Dem standen Ausgaben von 33.748.423,92 Euro gegenüber. Unterm Strich blieb ein Überschuss von rund 2,6 Millionen Euro. Zum Jahresende zählte die Partei 51.319 Mitglieder.
Im Vergleich zu den etablierten Volksparteien wirkt diese Summe klein. Die SPD kam im selben Jahr auf mehr als 215 Millionen Euro, die CDU auf über 174 Millionen Euro. Trotzdem reicht das Geld für Wahlkämpfe, Personal und Öffentlichkeitsarbeit in mehreren Bundesländern.
Warum zahlt der Staat mit?
Ein wesentlicher Teil der Einnahmen stammt aus der staatlichen Teilfinanzierung. 2024 überwies der Bund der AfD 12.784.556,82 Euro. Das entspricht mehr als einem Drittel der Gesamteinnahmen. Grundlage dafür ist das Parteiengesetz, das die Höhe an Wahlergebnisse und eigene Einnahmen koppelt.
Je mehr Stimmen eine Partei holt und je mehr Spenden und Beiträge sie selbst einsammelt, desto höher fällt der staatliche Zuschuss aus. Der Bundestag dokumentiert dieses Prinzip jährlich in den Rechenschaftsberichten aller Parlamentsparteien. Kritiker sehen darin ein Paradox: Eine vom Verfassungsschutz beobachtete Partei wird zugleich kräftig aus Steuergeldern gestützt.
Wie wichtig sind Mitgliedsbeiträge?
Mitgliedsbeiträge spielen bei der AfD traditionell eine kleinere Rolle als bei anderen Parteien. Schon 2020 lag ihr Anteil an den Gesamteinnahmen bei knapp 18 Prozent, deutlich unter dem Wert der SPD. Die Partei ist deshalb stärker auf Spenden und staatliche Mittel angewiesen als viele Konkurrenten.
Wer intern ein Mandat trägt, zahlt zusätzlich einen Mandatsträgerbeitrag. Genaue Summen weist die Partei nur in ihrer internen Finanzordnung aus. Für die Öffentlichkeit bleiben daher vor allem gemeldete Großspenden greifbar.
Wer spendet der AfD besonders viel?
Zu den bekanntesten Förderern zählt der Euroimmun-Gründer Winfried Stöcker. Der Mediziner überwies der AfD im Januar 2025 rund 1,5 Millionen Euro, wie „Campact“ recherchiert hat. Auch der Böttcher-AG-Aufsichtsrat Horst Jan Winter unterstützte die Partei kurz zuvor mit knapp einer Million Euro.
Spenden ab 35.000 Euro müssen Parteien der Bundestagspräsidentin unverzüglich melden. Ab 10.000 Euro werden Name und Anschrift der Geldgeber im Rechenschaftsbericht veröffentlicht. Kleinere Beträge bleiben anonym. Genau darin liegt ein Transparenzproblem, das nicht nur die AfD betrifft.
Wie viel Geld bleibt anonym?
Eine Auswertung von „abgeordnetenwatch“ zeigt, dass rund 61 Prozent aller Unternehmensspenden an Parteien aus anonymen Quellen stammen. Der Grund: Die meisten Zuwendungen liegen unterhalb der Meldegrenze von 10.000 Euro. Das gilt für alle Bundestagsparteien, betrifft die AfD aber genauso wie CDU, SPD oder Grüne.
Genau diese Lücke im Gesetz sorgt seit Jahren für Kritik von Transparenzorganisationen. Sie fordern niedrigere Meldegrenzen und eine schnellere Offenlegung. Für Wählerinnen und Wähler bleibt die tatsächliche Herkunft eines erheblichen Teils der Parteispenden daher unklar.
Was steckt hinter der Plakat-Affäre?
Für Aufsehen sorgte zuletzt eine mutmaßlich verschleierte Großspende zur Bundestagswahl 2025. Mehr als 6.000 gelbe Plakate warben bundesweit für die AfD als bürgerliche Alternative. Als Geldgeber meldete der Parteivorstand zunächst den Österreicher Gerhard Dingler, einen früheren FPÖ-Funktionär. Der Wert der Kampagne lag bei rund 2,35 Millionen Euro.
Recherchen legen nahe, dass das Geld tatsächlich vom Immobilienunternehmer Henning Conle stammte, weitergeleitet über eine Schweizer Firma. Das Verwaltungsgericht Berlin entschied im Mai 2026, dass die AfD die Spende so nicht hätte annehmen dürfen, wie ZDF heute berichtete. Die AfD wehrt sich gegen die Entscheidung und will das Geld zurückerhalten.
Drohen der AfD nun Konsequenzen?
Nach dem Parteiengesetz drohen Strafzahlungen, wenn unzulässige Spenden nicht unverzüglich weitergeleitet werden. Die genaue Herkunft des Geldes ist juristisch weiterhin nicht abschließend geklärt. Der Streit dürfte die Gerichte noch länger beschäftigen.
Für die AfD zeigt der Fall exemplarisch, wie eng finanzielle Unterstützung und rechtliche Grauzonen beieinanderliegen können. Gleichzeitig bleibt die Partei bei ihrer regulären Parteienfinanzierung stark vom Staat und einzelnen Großspendern abhängig. Beide Faktoren dürften auch künftige Wahlkämpfe der Partei entscheidend mitprägen.
