Altkanzler Gerhard Schröder sorgt erneut für Schlagzeilen. Der 82-Jährige, bekannt für seine enge Freundschaft zu Russlands Präsident Wladimir Putin, sitzt künftig im Aufsichtsrat des russischen Einzelhändlers Hyperglobus. Das berichten mehrere russische Medien unter Berufung auf das Unternehmen selbst.
Konkret soll der Ex-Kanzler beim Management und der strategischen Ausrichtung des Unternehmens helfen. Eigentümer Thomas Bruch erklärte demzufolge, man hole sich mit Schröder wichtiges Expertenwissen ins Gremium. Dessen „dialogorientierter Ansatz“ könne dem Unternehmen zugutekommen.
📌 Diese Spitzenämter hatte Schröder als deutscher Politiker Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland (1998–2005) Ministerpräsident des Landes Niedersachsen (1990–1998) Präsident des Bundesrates (1997–1998)
Schröder verteidigt Geschäfte trotz Putin-Nähe
Hyperglobus wurde 2025 von der deutschen Globus Holding abgespalten, tritt in Russland aber weiterhin unter der bekannten Marke Globus auf. Laut der deutschen Globus Holding agieren die russischen Märkte allerdings vollständig eigenständig und seien zudem rechtlich unabhängig.
Schröder selbst rechtfertigte seinen neuen Posten laut den Berichten mit deutlichen Worten: „Es ist wichtig, dass Unternehmer wie Thomas Bruch und Firmen wie Hyperglobus wirtschaftliche Beziehungen zu Russland fortsetzen und in Russland investieren.“
Von Nord Stream bis Rosneft: Schröders Bindung zu Putin
Schröders Verbindungen nach Russland reichen weit zurück. Nach seiner Kanzlerschaft übernahm er den Aufsichtsratsvorsitz bei der Gazprom-Tochter Nord Stream AG und später eine Spitzenposition beim Staatskonzern Rosneft. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 legte er diese Ämter nieder, hielt aber weiterhin Kontakt zu Putin. Den russischen Machthaber bezeichnet er selbst als Freund.
Diese Putin-freundliche Haltung brachte Schröder erhebliche Kritik ein. Der Bundestag entzog ihm daraufhin seine Altkanzler-Privilegien, darunter sein Büro. Sogar ein Parteiausschlussverfahren seitens der SPD wurde geprüft.
Brisant erscheint der Zeitpunkt der Personalie: Russland hatte zuletzt die Einzelhändler Nestlé und Auchan enteignet, die Handelskette Metro unter staatliche Verwaltung gestellt. Die Zeitung „Kommersant“ vermutet, Hyperglobus wolle mit der Nähe zu Putin genau dieses Schicksal verhindern, wie das „Handelsblatt“ schreibt.
