Wie würden die Deutschen aktuell wählen? Die sogenannte Sonntagsfrage gibt darauf eine Antwort – und die fällt für die Ampel-Nachfolger ernüchternd aus. Die AfD liegt demnach mit 27 Prozent klar vorn, verliert aber einen Punkt gegenüber Anfang August.
Die Union hält sich bei 21 Prozent, unverändert zum Vormonat. Die Grünen verharren bei 15 Prozent. SPD und Linke legen je einen Punkt zu, auf 13 beziehungsweise 12 Prozent. Die FDP käme mit 4 Prozent nicht in den Bundestag.
📌 Das musst du über die Sonntagsfrage wissen Keine Prognose, sondern eine Momentaufnahme: Die Sonntagsfrage ermittelt keine Vorhersage für ein zukünftiges Wahlergebnis, sondern bildet lediglich die aktuelle politische Stimmung und die Wahlneigung zum Zeitpunkt der Befragung ab. Die Standardformulierung: Die Erhebung basiert auf einer hypothetischen Annahme. Die klassische Frage der Institute lautet fast immer: „Welche Partei würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre?“ Veröffentlichungssperre vor Wahlen: Um unentschlossene Wähler in ihrer finalen Entscheidung nicht kurz vor der Stimmabgabe zu beeinflussen, veröffentlichen große Formate wie der ARD-DeutschlandTrend die letzte Sonntagsfrage in der Regel zehn Tage vor dem eigentlichen Wahltag. Grafische Sortierung nach der letzten Wahl: In den offiziellen Ergebnisgrafiken richtet sich die Reihenfolge der Parteien meist nicht nach den aktuellen Umfragewerten, sondern nach dem realen Abschneiden bei der jeweils letzten Wahl. Dadurch stehen traditionell stärkere Parteien oft weiter links, selbst wenn sie in der aktuellen Momentaufnahme an Zustimmung verloren haben.
Zufriedenheit bleibt vor den Wahlen mau
Alle übrigen Parteien kommen zusammen auf 8 Prozent. Diese Werte ermittelte infratest dimap für den ARD-DeutschlandTREND, dabei wurden 1.319 Wahlberechtigte befragt. Auch abseits der Sonntagsfrage zeigt die Umfrage: Die Zufriedenheit mit der Bundesregierung bleibt niedrig.
Nur 15 Prozent sind derzeit zufrieden, zwei Punkte mehr als im August. Satte 84 Prozent zeigen sich hingegen unzufrieden mit Union und SPD. Bundeskanzler Friedrich Merz kommt nur auf 13 Prozent Zustimmung, einen Punkt weniger als im August.
Damit erzielt er wie schon im Juli den schlechtesten Kanzler-Wert seit Start des DeutschlandTRENDs. 83 Prozent sind mit seiner Arbeit unzufrieden.
Minister-Zufriedenheit unabhängig von Wahlen
Verteidigungsminister Boris Pistorius bleibt beliebtester Minister: Jeder Zweite (51 Prozent) ist mit ihm zufrieden, zwei Prozentpunkte weniger als zuvor. Außenminister Johann Wadephul verbessert sich auf 34 Prozent Zustimmung. Innenminister Alexander Dobrindt legt ebenfalls zu, auf 30 Prozent, dennoch sind 52 Prozent mit ihm unzufrieden.
Vizekanzler Lars Klingbeil rutscht auf 22 Prozent Zufriedenheit, 65 Prozent sind unzufrieden, drei Punkte mehr als zuvor. Arbeitsministerin Bärbel Bas verliert vier Punkte und steht bei 18 Prozent, 59 Prozent lehnen ihre Arbeit ab. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche kommt nur auf 13 Prozent, 62 Prozent sind unzufrieden mit ihr.
Bei der Opposition punktet AfD-Fraktionschefin Alice Weidel mit 26 Prozent Zufriedenheit, 64 Prozent sind unzufrieden mit ihr. Grünen-Chef Felix Banaszak kommt auf 12 Prozent Zustimmung. Linken-Chefin Ines Schwerdtner erreicht nur 7 Prozent. Bei künftigen Wahlen bleiben beide vielen Bürgern schlicht unbekannt.
Kann Merz diesen freien Fall noch aufhalten? Die Zahlen sprechen aktuell für sich.
