BMW setzt Zeichen gegen AfD – keine Dienstwagen mehr in Sachsen-Anhalt

Die AfD sorgt in Sachsen-Anhalt für einen politischen Paukenschlag. Erstmals stellt die Partei den Präsidenten des Landtags. Die Wahl löst nun eine Reaktion aus der Wirtschaft aus.

Dabei geht es um den Dienstwagen des neuen Amtsinhabers. Ein großer deutscher Autobauer zieht sich zurück. Der Zeitpunkt ist auffällig.

📌 Gewerbliche Zulassungen dominieren den deutschen Automarkt: 2025 wurden laut „Kraftfahrt-Bundesamt“ rund 1,9 Millionen PKW gewerblich zugelassen. Somit gingen zwei Drittel aller Neuwagen an gewerbliche Halter. Anfang 2025 waren rund 12 Prozent der 49,3 Millionen PKW auf nicht private Halter zugelassen.

Angebot am Wahltag zurückgezogen

AfD-Politiker Tobias Rausch (35) wurde am 6. Oktober zum Landtagspräsidenten gewählt. Am selben Tag nahm die Münchner BMW-Zentrale ihr Leasing-Angebot an den Landtag zurück. Das bestätigte die Landtagsverwaltung der „Zeit“. Rausch steht damit möglicherweise bald ohne eigenen Dienstwagen da.

BMW schweigt zu den Gründen

Warum BMW das Angebot zurückzog, wollte der Konzern der „Zeit“ nicht kommentieren. Ein Sprecher erklärte lediglich: „Die BMW Group äußert sich grundsätzlich nicht zu Kundenbeziehungen.“

Der Vorgang fällt in eine politisch aufgeladene Zeit. BMW-Chef Milan Nedeljković (57) bezog zuletzt deutlich Stellung. Der „FAZ“ sagte er mit Blick auf die AfD, Rechtspopulismus und Nationalismus seien „Gift für einen weltoffenen Wirtschaftsstandort, der vom Welthandel lebt“. Wer Abschottung und Isolationismus fordere, handle nicht im Interesse des Standorts Deutschland, so Nedeljković.

Leasingvertrag läuft im November aus

Dem Landtagspräsidenten steht ein Dienstwagen samt Fahrer zu. Rausch übernimmt zunächst den Wagen seines CDU-Vorgängers. Es ist ein BMW-7er mit rund neun Monaten Einsatzzeit und mehr als 50.000 Kilometern. Der Leasingvertrag endet im November. Findet die Landtagsverwaltung bis dahin keinen Ersatz, fehlt dem AfD-Politiker der Wagen.

Das BMW-Angebot war laut Landtagsverwaltung das einzige eines großen deutschen Herstellers. Mercedes und Audi machten kein Angebot. Deutsche Marken gehören traditionell zu den Fuhrparks von Parlamenten und Behörden.

Für die Hersteller sind solche Verträge auch eine Prestigefrage und ein Signal an die heimische Wirtschaft. Frühere Präsidenten fuhren neben BMW auch Audi. Sogar ein Elektroauto kam schon zum Einsatz. Bleibt spannend, mit welchen Autos die AfD-Abgeordneten in Sachsen-Anhalt bald vorfahren.

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