US-Präsident Donald Trump hat die erneuten ukrainischen Angriffe auf russische Ölraffinerien scharf kritisiert. In einem Interview mit dem Sender Newsmax bezeichnete er die Attacken als „Schande“. Er wirf dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vor, durch die Angriffe die weltweiten Energiepreise in die Höhe zu treiben.
Selenskyj hatte Trump zuvor des „Verrats“ bezichtigt. Hintergrund sind Einschränkungen beim Austausch von US-Geheimdienstinformationen und beim Satellitenkommunikationssystem Starlink, das für die ukrainischen Streitkräfte von großer Bedeutung ist. Kiew sieht dadurch seine Verteidigungsfähigkeit gefährdet. Trump fordert hingegen, die Angriffe auf russische Energieanlagen einzustellen.
📌 Angriffe auf Energiestruckturen Angriffe Russlands auf die Ukraine: 17. Oktober 2026: Größter koordinierter Schlag des Krieges mit 320 Drohnen auf 15 Energieanlagen in 10 Regionen. September 2026: Komplette Zerstörung des Trypilska-Kraftwerks, dem größten Stromlieferanten der Region Kiew. Angriffe der Ukraine auf Russland: 15. Oktober 2026: Schlag gegen die Rjasan-Raffinerie; beendete die diplomatische „Energie-Waffenruhe“ und löste Streit mit US-Präsident Trump aus. 1. September 2026: Massiver Drohnenangriff auf die Ölraffinerie Moskau; führte zu Treibstoffengpässen in 40 russischen Regionen.
Angriffe auf russische Ölraffinerien und Trumps Reaktion
Wie die Daily Mail berichtet, griffen ukrainische Drohnen am 15. Oktober eine große Ölraffinerie in der russischen Region Rjasan an und lösten einen Brand aus. Zuvor hatte Selenskyj einer vorübergehenden Pause bei Angriffen auf Energieanlagen zugestimmt. Diese sollte jedoch auch Russland dazu verpflichten, seine Attacken auf die ukrainische Energieinfrastruktur einzustellen. Da Moskau seine Angriffe nach ukrainischen Angaben fortsetzte, nahm Kiew die Angriffe auf russische Anlagen wieder auf. Der russische Präsident Putin drohte daraufhin mit Vergeltung.
Trump begründet seine Kritik mit den möglichen Folgen für den internationalen Energiemarkt. Die US-Regierung setzt auf zusätzliche russische Diesellieferungen, um die Kraftstoffpreise zu senken. Selenskyj warnt dagegen, dass Russland durch solche Geschäfte zusätzliche Einnahmen erhalte, mit denen es seinen Krieg finanzieren könne. Experten zufolge hängt der jüngste Anstieg der Energiepreise allerdings vor allem mit dem Konflikt mit Iran und den erheblichen Störungen des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus zusammen.
Russische Angriffe auf ukrainische Infrastruktur dauern an
Aktuell gehen die russischen Angriffe auf ukrainische Städte und Energieanlagen weiter. Bei einem Drohnenangriff auf einen Supermarkt in der Region Odessa wurden nach ukrainischen Angaben drei Menschen verletzt. In Charkiw kamen bei einem weiteren russischen Angriff drei Menschen ums Leben, mindestens fünf weitere wurden verletzt. Auch Kraftwerke und andere wichtige Infrastruktureinrichtungen wurden wiederholt getroffen. Mit Blick auf den nahenden Winter wächst die Sorge vor weiteren Strom- und Heizungsausfällen.
Die ukrainische Regierung fordert deshalb zusätzliche Luftabwehrsysteme und eine verlässliche Unterstützung ihrer westlichen Partner. Berichten zufolge sind die Vorräte an amerikanischen Patriot-Abfangraketen nahezu erschöpft. Großbritannien hat unterdessen weitere militärische Unterstützung angekündigt, darunter zusätzliche Storm-Shadow-Marschflugkörper. Der Konflikt zwischen Trump und Selenskyj erschwert jedoch die gemeinsame politische Linie des Westens. Ob die zunehmenden Spannungen neue Friedensverhandlungen ermöglichen oder die internationale Unterstützung für die Ukraine weiter schwächen, bleibt offen.
