Wenige Tage vor der Parlamentswahl in Israel hat Donald Trump eine klare Entscheidung getroffen. Der US-Präsident sichert dem amtierenden Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu seine volle Rückendeckung zu. Auf seiner Plattform Truth Social bezeichnete er den Politiker als großartigen Partner für den Frieden. Gemeinsam hatten die beiden Männer Ende Februar den Krieg gegen den Iran losgetreten. Normalerweise mischen sich ausländische Staatschefs nicht offensiv in Wahlkämpfe in fremden Ländern ein – doch bei Trump laufen die Dinge anders.
In Richtung Teheran schickte der amerikanische Staatschef gleichzeitig eine deutliche Warnung. Die Islamische Republik liege finanziell und militärisch bereits am Boden. Sollte das Land seinen aktuellen Kurs nicht zügig ändern, werde man die begonnene Aufgabe bald abschließen.
📌 Trump und die Midterms Die US-Zwischenwahlen finden am 3. November statt. Sie gelten als Halbzeits-Referendum für Trump und seine Politik. Trump und seinen Republikanern droht der Verlust der beiden Kammern: Repräsentantenhaus und Senat. In aktuellen Umfragen sieht es düster aus für die Republikaner
Alle außer „Bibi“ sind „falsche Führungsperson“, so Trump
Mit drastischen Worten machte der Republikaner seine Haltung deutlich. Er erklärte wörtlich: „Wenn Israel die falsche Führungsperson hat – und das wäre jede andere als Bibi –, wird Amerika diese Arbeit selbst übernehmen müssen, und ich bin nicht geneigt, das zu tun.“ Trotz massiven Widerstands im eigenen Land habe sich Netanjahu als mutig, stark und brillant erwiesen.
Seine offizielle Wahlempfehlung formulierte Trump unmissverständlich. „Bitte betrachten Sie dieses Schreiben als Ausdruck meiner uneingeschränkten und vollumfänglichen Unterstützung für Bibi Netanjahu bei seinem bevorstehenden erneuten Antritt zur Wahl des Ministerpräsidenten Israels“, schrieb er.
Trotz Wahlempfehlung: Verhältnis zwischen Trump und Netanjahu angespannt
Noch Mitte Juni klang die Tonlage aus Washington deutlich verhaltener. In einem Interview mit dem israelischen Sender Kan stellte Trump zwar eine mögliche Unterstützung in Aussicht, wollte aber zunächst das Bewerberfeld abwarten. Damals forderte er von Netanjahu ein vernünftigeres Handeln. Nach dem gemeinsamen Kriegsbeginn gegen den Iran waren im weiteren Verlauf offensichtlich unterschiedliche Interessen zutage getreten.
Diese Differenzen führten zwischenzeitlich zu ungewohnt scharfer öffentlicher Kritik des US-Präsidenten an dem israelischen Regierungschef. Nun reagierte Netanjahu umgehend auf die unerwarteten Lobeshymnen aus den Vereinigten Staaten. In einer Videobotschaft drückte er seine Dankbarkeit aus und fühlte sich durch die außerordentliche Unterstützung zutiefst geehrt.
Große Dankbarkeit aus Israel
Für den amerikanischen Staatschef fand der israelische Ministerpräsident seinerseits große Worte. Er betonte: §Ich könnte sagen – und das ist ganz einfach –, dass es im Weißen Haus noch nie einen größeren Freund Israels gegeben hat.“ Diese Aussage bezeichnete er selbst als reine Untertreibung.
Die Vereinigten Staaten könnten sich glücklich schätzen, einen derart überzeugungsstarken und mutigen Anführer zu haben. Dieser trete der Bedrohung für Amerika und Israel mit absoluter Klarheit entgegen. „Vielen Dank für Ihre unglaubliche Führungsstärke“, richtete Netanjahu seine Worte abschließend an Trump.
