Funkspruchaufnahmen geleakt: So grausam geht es in Putins Armee zu

Es sind erschreckende Zustände, in denen sich die Soldaten an der russischen Front befinden sollen. Kein Essen und Trinken, Misshandlungen und Folter sollen zur Realität der Soldaten gehören, wobei scheinbar keine Chance auf einen Ausweg besteht.

Die „Welt“ berichtet von abgehörten Funksprüchen russischer Soldaten, die der Zeitung vorliegen. Sie liefern Einblicke in die dramatische Lage an der russischen Front. Die Aufnahmen offenbaren, dass russische Soldaten schwerster physischer und psychischer Gewalt ausgesetzt seien. Diese Notlage treibe die Soldaten zu schockierenden Handlungen.

📌 Fakten zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine Der großflächige russische Einmarsch in die Ukraine begann am 24. Februar 2022 und stellt die größte militärische Auseinandersetzung in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg dar. Der Krieg hat nach UN-Schätzungen zur Vertreibung von Millionen Menschen geführt, was eine schwere Flüchtlingskrise auslöste. Als Reaktion auf den Überfall verhängten westliche Staaten beispiellose und weitreichende Wirtschaftssanktionen gegen Russland. Die Ukraine verteidigt ihr Staatsgebiet mit massiver finanzieller, humanitärer und militärischer Unterstützung durch westliche Verbündete, darunter die NATO-Staaten und die EU. Der Konflikt führte zu gravierenden geopolitischen Veränderungen, wie etwa dem historisch begründeten Beitritt von Finnland (2023) und Schweden (2024) zur NATO.

Russischer Kommandeur: „Ich schneide euch die Zungen raus“

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine forderte bereits Hunderttausende Todesopfer. Die Lage an den Fronten bleibt kritisch und für Soldaten und teils auch Zivilisten extrem gefährlich. Die geleakten Funkspruchaufnahmen zeigen, weshalb sich russische Soldaten trotzdem immer wieder in Lebensgefahr bringen: Sie haben keine andere Wahl.

Die von der „Welt“ ausgearbeiteten Funksprüche zeigen erschreckende Szenen. Die Zeitung zitiert einen Soldaten: „Wenn ihr kommt, prügle ich euch alle mit dem Stock. Ich schneide euch die Zungen raus. Ihr verdammten Idioten!“ Auch ein weiterer Kommandeur sagte laut der „Welt“: „Wenn ihr Mistkerle mir jetzt nicht antwortet, lasse ich einen Panzer auf euch feuern!“ Als Beweise für die vermeintlichen Misshandlungen gegenüber den russischen Soldaten soll es seit 2022 bereits zahlreiche Fotos und Videos in den sozialen Netzwerken geben.

Der österreichische Oberst Markus Reisner gehört zu den profiliertesten Analysten von Putins Kriegsführung. Er sagte zur „Bild“ über den Umgang mit russischen Soldaten: „Dienstältere Soldaten wenden dabei ein System aus Schikanen, Misshandlungen, Erniedrigungen und Folter gegenüber jüngeren Soldaten oder Rekruten an. Schläge und Erpressung stehen dabei an der Tagesordnung.“

Zusätzlich solle es den Soldaten auch noch an jeglicher Verpflegung mangeln. Hungersnöte seien nur eine Folge davon. Wie die „Bild“ berichtet, sollen die Soldaten deshalb sogar so weit gegangen sein, ihren eigenen Urin zu trinken oder Katzen zu essen. Neben den Soldaten werden auch Zivilisten immer wieder zum Opfer des Ukraine-Krieges.