An den deutschen Außengrenzen müssen sich Reisende auf eine längere Phase der Überwachung einstellen. Für weitere sechs Monate bis Mitte März plant Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) eine Verlängerung der aktuellen Maßnahmen. Zuvor hatte die Zeitung „Bild“ über das Vorhaben berichtet, was eine Sprecherin des Ministeriums anschließend offiziell bestätigte. Mittlerweile liegt die entsprechende Anmeldung der EU-Kommission vor.
Gegenüber dem Blatt begründete der CSU-Politiker sein Vorgehen mit der aktuellen Lage. Er sagte wörtlich: „Die Entwicklungen an den europäischen Außengrenzen zeigen: Das Zurückdrängen der illegalen Migration braucht weiterhin Kontrollen“. Bereits Ende Juli hatte Dobrindt diese Maßnahme in Aussicht gestellt. Damals überquerten zeitweise Zehntausende Migranten die Grenze von Marokko in die nordafrikanische, spanische Exklave Ceuta. Später kehrten fast alle dieser Menschen wieder zurück.
📌 Grenzkontrollen in Deutschland Normalerweise gibt es im Schengen-Raum keine systematischen Grenzkontrollen. Deutschland führt jedoch derzeit wieder Kontrollen an seinen Landgrenzen durch. Ziel der Kontrollen ist vor allem, irreguläre Migration einzudämmen und die innere Sicherheit zu schützen. Die Zahl unerlaubter Einreisen ist zuletzt zurückgegangen: Die Bundespolizei registrierte im ersten Halbjahr 2026 24.329 unerlaubte Einreisen, nach 62.959 im gesamten Jahr 2025.
Ursprung der Maßnahme und bisherige Verlängerungen
Eigentlich sieht das europäische Regelwerk offene Grenzen innerhalb der EU vor. Dennoch finden seit dem 16. September 2024 wieder flächendeckende Überprüfungen an allen deutschen Außengrenzen statt. Die damalige Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) rief diese Maßnahme ursprünglich ins Leben. Sie wollte mit diesem Schritt die Anzahl der unerlaubten Einreisen spürbar senken.
Trotz zunehmender Kritik aus verschiedenen Richtungen erfuhr die Regelung in der Vergangenheit bereits drei Verlängerungen. Zuletzt galt die Anordnung bis Mitte September 2026. Sofern die EU-Kommission keinen Widerspruch gegen den neuen Vorstoß einlegt, greift die nächste Verlängerung. Diese würde dann einen Zeitraum von sechs Monaten bis Mitte März 2027 abdecken.
