Inflation, Spritpreise, Zinsen – Wirtschaftsdaten lassen Trump vor der Wahl schwitzen

Donald Trump versprach den Amerikanern sinkende Preise und einen wirtschaftlichen Aufschwung. Doch kurz vor den Zwischenwahlen am 3. November 2026 steigen die Lebenshaltungskosten erneut. Die Inflation belastet viele Haushalte und könnte für Trumps Republikaner zum entscheidenden Wahlkampfthema werden. Bei den Wahlen droht der Partei der Verlust ihrer Mehrheiten im Repräsentantenhaus oder im Senat. Damit könnte Trump in den letzten beiden Jahren seiner Amtszeit wichtige Gesetzesvorhaben nur noch schwer durchsetzen.

Vor seiner Wahl hatte Trump angekündigt, die Inflation schnell zu bekämpfen und die Preise deutlich zu senken. Tatsächlich ging die Inflationsrate zunächst zurück, doch die Preise fielen dadurch nicht, sondern stiegen lediglich langsamer. Inzwischen hat sich die Entwicklung wieder verschärft: Im September 2026 lagen die Verbraucherpreise in den USA 3,7 Prozent über dem Vorjahresniveau. Viele Amerikaner sind deshalb unzufrieden mit Trumps Wirtschaftspolitik.

📌 Die US-Zwischenwahlen (Midterm Elections) Neuwahl des US-Kongresses: Die Bürger wählen das gesamte Repräsentantenhaus und ein Drittel des Senats neu. Gewinnen die Demokraten die Mehrheit, können sie alle neuen Gesetze von Präsident Trump blockieren. Wahl der Gouverneure: In 39 Bundesstaaten werden die mächtigen regionalen Regierungschefs neu gewählt. Das Ergebnis entscheidet darüber, wie streng Gesetze zu Abtreibung oder Umwelt vor Ort umgesetzt werden. Fokus auf die Wirtschaft: Wegen der hohen Lebenshaltungskosten ist die Wirtschaft das wichtigste Wahlthema. Verliert Trumps Partei, muss er seine Wirtschaftspolitik ändern und Kompromisse eingehen. Einfluss der Außenpolitik: Der militärische Konflikt mit dem Iran verunsichert viele Wähler im Land. Das Wahlergebnis wird bestimmen, ob die USA einen härteren Kriegskurs einschlagen oder auf Diplomatie setzen. Proteste gegen Trump: Große Bewegungen wie No Kings mobilisieren gegen den autoritären Regierungsstil des Präsidenten. Dies könnte zu einer sehr hohen Wahlbeteiligung führen, die vor allem den Demokraten nützt.

Iran-Krieg und Spritpreise verschärfen die Lage

Wie ntv berichtet, tragen vor allem höhere Energiepreise und Trumps Zollpolitik zur wirtschaftlichen Belastung bei. Die Zölle verteuerten zahlreiche Konsumgüter wie Autos, Möbel und Kleidung. Besonders stark schlagen inzwischen die Spritpreise zu Buche. Im September verteuerte sich Benzin innerhalb eines Monats um durchschnittlich 9,1 Prozent. Ein wichtiger Grund dafür ist der Krieg mit dem Iran: Nach den Angriffen der USA und Israels Ende Februar 2026 sperrte der Iran die Straße von Hormus, eine zentrale Route für den weltweiten Öltransport.

Damit geriet Trump auch bei einem Thema unter Druck, bei dem er zuvor schnelle Entlastung versprochen hatte. Er hatte angekündigt, die Energiepreise innerhalb eines Jahres nach seinem Amtsantritt mindestens zu halbieren. Auch seine Pläne für zusätzliche Diesel-Lieferungen aus Russland dürften die Preise kaum kurzfristig senken. Gleichzeitig könnten die höheren Energiekosten die Inflation weiter antreiben und die US-Notenbank zu einer erneuten Zinserhöhung bewegen. Das würde auch Kredite für Häuser und andere größere Anschaffungen verteuern.

Wirtschaft wird zum entscheidenden Wahlkampfthema

Die steigenden Kosten schlagen auch auf die Stimmung der Bevölkerung. Mehr als zwei Drittel der Befragten lehnen Trumps Umgang mit der Inflation ab. Nur etwa ein Drittel stimmt seiner Wirtschaftspolitik zu. Für die Republikaner ist das problematisch. Viele Wähler machen nämlich ihre Entscheidung bei den Zwischenwahlen auch von der wirtschaftlichen Entwicklung abhängig. Besonders Haushalte mit geringeren Einkommen spüren, wenn Benzin, Wohnen und alltägliche Einkäufe teurer werden.

Am 3. November entscheiden die Amerikaner über die Zusammensetzung des Kongresses. Sollten die Republikaner ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus oder im Senat verlieren, könnten die Demokraten wichtige Gesetzesvorhaben des Präsidenten blockieren. Ob die steigenden Preise tatsächlich zu entsprechenden Veränderungen führen, bleibt abzuwarten. Wie es für Trump bei einer Niederlage in den Midterms weitergehen würde, deutet darauf hin, wie wichtig ihm dieser Sieg ist.