Am Wochenende kochte eine Spekulation hoch: Gründet Robert Habeck eine neue Partei der politischen Mitte? Robert Alexander und Dagmar Rosenfeld sprachen über dieses Gerücht aus dem politischen Berlin in ihrem Podcast „Machtwechsel“. Angeblich, so tuschelt man in der Hauptstadt, würden Habeck und sein Ex-Ampelkollege Volker Wissing eine Parteigründung planen.
Am Sonntagabend war Habeck dann Gast im ARD-Talk von Caren Miosga. Die Moderatorin nutzte die Chance, ihren Gast darauf anzusprechen.
📌 Mehr über Robert Habeck Robert Habecks politischer Aufstieg begann in Schleswig-Holstein. Von 2021 bis 2025 war er Vizekanzler und Minister für Wirtschaft und Klimaschutz. Im Oktober erscheint sein neues Buch: „Arctic Meltdown: Die Neuvermessung der Welt“ über die Artitis im Zentrum der globalen Sicherheitspolitik.
„Unsinn“ und „denkfaul“ – Klartext von Habeck bei Miosga
Habeck wiegelte ab. Er spüre derzeit „kein Verlangen, in die Politik zurückzukehren“. Er habe „so ein schönes, ruhiges Jahr“ gehabt, und plötzlich hätten ihn „viele Leute Nachrichten geschickt“, was denn an dem Gerücht dran sei, so der Ex-Bundesminister. Das politische Berlin kreise um sich selbst und wie in einer Echokammer werde dann so eine Erzählung verbreitet. Habeck machte in der ARD-Sendung klar, dass er die Idee einer neuen Partei der Mitte für „Unsinn“ hält.
Miosga bohrte dennoch nach, ob so eine Partei nicht „neuen Schwung“ in die Politik bringen könne, insbesondere angesichts der schrumpfenden Mitte. Wahrscheinlich würde jede neue Partei „irgendwie Schwung haben“, so Habeck. Er hält aber dagegen, dass das auch eine weitere „Zerfaserung des Parteiensystems“ zur Folge hätte. Außerdem erkennt er einen inneren Widerspruch.
Innere Logik einer Partei sei ihr Selbsterhalt. Es sei „denkfaul“ anzunehmen, dass eine neue Partei diesen inneren Widersprüchen entkommen könnte und Reformen machen könne, die ihr die Existenz kosten.
Kein Treuebekenntnis zu den Grünen
Was Habeck aber stattdessen aus der Debatte zieht, ist der Glaube an den Konsens der Mitte in den großen Fragen der Reform der Sozialversicherungen, des Steuersystems bis hin zur Energiewende. Offenbar würden viele Menschen noch einen Konsens für möglich halten – und dann könne „es um die Zukunft der Demokratie doch nicht so schlecht bestellt sein“. Er plädiert daher dafür, neue moderierte Instrumente zu finden, um diesen Konsens wiederherzustellen. „Das ist das Gegenteil von Polarisierung und Populismus.“
Auch wenn Habecks Dementi bei Miosga eindeutig erschien, fällt ein Detail auf: es fehlte ein Bekenntnis zu seiner Partei. Obwohl Habeck seit 2002 Mitglied der Grünen ist, von 2018 bis 2022 Bundesvorsitzender der Partei war und sogar 2025 Kanzlerkandidat, kam kein Treuebekenntnis zu seiner politischen Heimat über seine Lippen. Kein: „Ich bin Grüner und bleibe es auch aus Überzeugung.“
