Off-Cam-Szene: Kinderärztin packt über Vier-Augen-Gespräch mit Merz aus – RTL widerspricht

Die Kinderärztin Dr. Bea Merscher Alves hat sich nach ihrem viel diskutierten Auftritt mit Bundeskanzler Friedrich Merz erneut zu Wort gemeldet. In einem Facebook-Video erklärt sie, warum sie sich bislang nicht ausführlicher zu dem Streit und der anschließenden Berichterstattung geäußert habe.

Als alleinerziehende Mutter sei sie nach der Reise vor allem mit ihren beiden Kindern beschäftigt gewesen. Ihr Sohn und ihre vierjährige Tochter seien müde, hungrig und überdreht gewesen. Zudem habe sie viel Gepäck gehabt. Erst nachdem sie bis in die frühen Morgenstunden zahlreiche Nachrichten und E-Mails beantwortet habe, habe sie Zeit für ein ausführlicheres Video gefunden, um genau zu schildern, wie das Off-Cam-Gespräch zwischen ihr und dem Bundeskanzler abgelaufen sei.

📌 Fakten Anlass: In der RTL-Sendung „Am Tisch mit Friedrich Merz“ diskutierten Kanzler Friedrich Merz und Kinderärztin Bea Merscher über die Gesundheitspolitik. Merschers Kritik: Sie bezeichnete geplante Einsparungen im Gesundheitswesen als „menschenverachtend“ und „zerstörerisch“ und warf Merz vor, seinen Amtseid zu brechen. Merz’ Reaktion: Der Kanzler wies die Vorwürfe scharf zurück und bezeichnete sie als persönliche Herabsetzung, die „zu weit“ gehe.

„Man kann sich in der Sache streiten“

Merscher Alves schildert in ihrem Video, wie es nach dem Ende der Aufzeichnung weiterging. Sie sei noch einmal auf Merz zugegangen und habe ihn gefragt, ob er trotz des Streits ein gemeinsames Foto mit ihr machen wolle. Merz habe daraufhin erklärt, er sei nicht „pickiert“, ihre Aussagen seien aus seiner Sicht jedoch „straffällig“.

Die Ärztin betont, dass sie und Merz inhaltlich unterschiedliche Positionen vertreten hätten. Sie habe ihm deshalb angeboten, sich unter vier Augen noch einmal in Ruhe über die Themen auszutauschen. Anschließend habe sie den Kanzler zu ihrer geplanten Demonstration eingeladen. Seine Reaktion? Merz habe gelacht und ihr geantwortet: „Haha, ganz sicher nicht.“

RTL widerspricht ihrer Darstellung

Für zusätzliches Aufsehen sorgt nun eine Stellungnahme von RTL. Sender-Chefredakteur Gerhard Kohlenbach erklärte gegenüber BILD, man habe Merschers Äußerungen mit „Befremden“ zur Kenntnis genommen. Er könne „in keiner Weise bestätigen“, dass sich Merz nach der Sendung herablassend gegenüber der Ärztin geäußert habe.

Damit stehen zwei unterschiedliche Darstellungen des Geschehens im Raum. Merscher Alves bleibt bei ihrer Schilderung und betont zugleich, sie könne selbst nicht beurteilen, wie der Vorgang juristisch einzuordnen sei. RTL bestätigt ihre Darstellung des Gesprächs nach der Sendung jedenfalls nicht.