„Kommen nicht mehr an sie ran“ – mit diesen Worten beschreibt CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze die Schwierigkeiten seiner Partei im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt. Hintergrund ist auch seine Kritik an der Darstellung des AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund: Schulze hatte sich gegen ein „Spiegel“-Cover mit Siegmund gewandt und damit eine Debatte über die mediale Aufmerksamkeit für den AfD-Politiker ausgelöst.
Im Gespräch mit Micky Beisenherz spricht Schulze nun ausführlicher über die Herausforderung für die CDU. Er beobachte, dass Siegmund mit emotionalen Auftritten und einer positiven Botschaft viele Menschen erreiche. Bei Veranstaltungen werde teilweise gesagt: „Wir reden nicht über Politik, das ist heute ein Familienfest.“ Für Schulze ist das ein Problem, weil seine Partei mit konkreten politischen Inhalten und Lösungsvorschlägen um Aufmerksamkeit ringe.
📌 Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt AfD: Die AfD kommt in der aktuellen Umfrage auf 42 Prozent und liegt damit deutlich an der Spitze. CDU: Die CDU erreicht 22 Prozent und liegt damit 20 Prozentpunkte hinter der AfD. Spitzenkandidaten: Für die CDU tritt Sven Schulze an, die AfD wird von Ulrich Siegmund angeführt. Wahltermin: Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt findet am 6. September 2026 statt. Koalitionen: Trotz des deutlichen Vorsprungs wäre die AfD für eine Regierungsbildung auf weitere Partner angewiesen.
„Die Zukunft wird geil“
Beisenherz beschreibt im Gespräch das Dilemma: Während Schulze und andere Politiker über Probleme und deren Lösungen sprechen, trete Siegmund mit einer deutlich positiveren Botschaft auf. Beisenherz verweist auf Auftritte, bei denen der AfD-Politiker mit einer Simson unterwegs sei und verkünde: „Die Zukunft wird geil.“ Der Ausschnitt stammt aus dem Podcast „Apokalypse & Filterkaffee“ und wurde auch auf Instagram veröffentlicht.
Schulze räumt ein, dass man mit dieser Art des Wahlkampfs durchaus Menschen erreichen könne. Gleichzeitig warnt er davor, bestehende Probleme auszublenden. Als Beispiel nennt er die Bildungspolitik: Eine Deutschlandflagge vor jeder Schule könne zwar ein sichtbares Zeichen sein. Ihm gehe es aber vor allem darum, „dass die Schule hinter dieser Fahne auch existiert“.
„Sollen wir denn so tun, als hätten wir die nicht?“
„Natürlich haben wir Herausforderungen. Sollen wir denn so tun, als hätten wir die nicht?“, fragt Schulze. Die CDU müsse deshalb weiterhin über konkrete Probleme sprechen. Aber auch Lösungen müssen angeboten werden – auch wenn sich damit möglicherweise weniger leicht Begeisterung erzeugen lasse.
Der Schlagabtausch kommt wenige Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Am 6. September wird ein neuer Landtag gewählt.
Die CDU steht dabei vor der Herausforderung, ihre politischen Inhalte gegen den emotionalen Wahlkampf der AfD um Siegmund zu positionieren.
