Der US-Präsident Donald Trump hat in der Vergangenheit kein Geheimnis daraus gemacht, dass er es auf venezolanisches Öl abgesehen hat. Jetzt soll es zwischen den USA und Venezuela den „größten Öl-Deal in der Weltgeschichte“ gegeben haben. Das steckt dahinter.
In Venezuela gibt es die größten nachgewiesenen Öl-Vorkommen der Welt. Für Trump scheint es keine Grenzen zu geben, um an möglichst große Mengen von diesem wertvollen Rohstoff zu kommen. Der US-Präsident gab auf seiner eigenen Plattform „Truth Social“ am Samstag (29. August) bekannt, dass er einen Öl-Deal mit Venezuela gemacht habe, der die US-Ölreserven mehr als verdoppeln solle. Trump wolle auch die Benzinkosten für die Amerikaner damit senken. Das sagt Lateinamerika-Experte Muno laut ZDF-„heute“ dazu.
📌 Ölvorkommen in Venezuela Venezuela verfügt über die weltweit größten nachgewiesenen Erdölreserven, die sich auf rund 303 Milliarden Barrel belaufen sollen. Etwa 90 Prozent dieses Öls befinden sich im riesigen Orinoco-Gürtel im Osten des Landes. Bei dem venezolanischen Erdöl handelt es sich zum Großteil um extraschweres Rohöl, das eine sehr hohe Dichte aufweist und zähflüssig ist. Aufgrund dieser besonderen Beschaffenheit ist die Förderung und Verarbeitung des Öls technologisch sehr anspruchsvoll und im Vergleich zu leichtem Rohöl deutlich teurer.
Trump: „Die USA haben sich mehr als 65 Millionen Barrel Öl gesichert“
Der US-Präsident feierte seinen Öl-Deal auf seiner Plattform mit den Worten: „Auf meine Anweisung hin haben Außenminister Marco Rubio und Kriegsminister Pete Hegseth – in enger Zusammenarbeit mit der hoch angesehenen Interimspräsidentin Venezuelas, Delcy Rodriguez, und durch eine Partnerschaft mit der Privatwirtschaft – die mehrheitliche Kontrolle der USA über mehr als 65 Milliarden Barrel nachgewiesener Ölreserven in Venezuela gesichert, und zwar ohne Kosten für den amerikanischen Steuerzahler.“
Gegenüber ZDF-„heute“ ordnete Lateinamerika-Experte Prof. Wolfgang Muno den Öl-Deal ein: „Das ist natürlich etwas, das Donald Trump als großen Erfolg verkaufen möchte, da ist aber noch viel Zukunftsmusik dabei. Man muss abwarten, ob die Investitionen tatsächlich kommen und inwiefern sich das venezolanische Schweröl, das sehr kompliziert abzubauen und zu raffinieren ist, dann tatsächlich vermarkten lässt“ Muno erklärte außerdem, dass die gesamte Infrastruktur des Erdölsektors erst noch modernisiert werden müsse und es noch dauere, bis tatsächlich „Gewinne fließen“ würden.
Zuletzt hatten die US-Schulden die 40 Billionen Dollar geknackt, weshalb Experten vor einer Schuldenspirale gewarnt hatten.
