Söder rechnet mit AfD-Unterstützern ab: „Ich finde das ziemlich schäbig“

In Sachsen-Anhalt sitzt erstmals ein AfD-Politiker an der Spitze eines Landtags. Tobias Rausch erhielt 48 Stimmen. AfD und BSW kommen zusammen aber nur auf 44 Mandate. Mindestens vier Stimmen stammen also aus anderen Fraktionen.

Der Verdacht fällt auf die CDU. Fraktionschef Sven Schulze hatte zwar eine geschlossene Enthaltung angekündigt, doch es gab nur fünf Enthaltungen. Aufklären lässt sich das Ergebnis kaum, denn die Wahl war geheim.

📌 So lief die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt AfD klar vorn: Sie holte 43,8 Prozent der Zweitstimmen und 39 von 83 Sitzen. Die CDU kam nur auf 17,2 Prozent. Absolute Mehrheit knapp verfehlt: Für die absolute Mehrheit sind 42 Sitze nötig, der AfD fehlten also drei. Alle anderen Fraktionen zusammen haben 44 Sitze. CDU stürzt ab: Gegenüber 2021 verlor sie 19,9 Prozentpunkte und gewann keinen einzigen Wahlkreis. 2021 waren es noch 40. Rekord bei der Wahlbeteiligung: Sie lag bei 77,8 Prozent. Der bisherige Höchstwert waren 71,7 Prozent im Jahr 1998. Kleinerer Landtag: Er hat nur noch 83 statt 97 Sitze. Die AfD gewann 38 der 41 Direktmandate. Regierungsbildung schwierig: Die bisherige Koalition aus CDU, SPD und FDP hat ihre Mehrheit verloren. Ministerpräsident Sven Schulze war erst im Januar 2026 vom Landtag gewählt worden.

Miosga fragt nach, Söder wird deutlich

Im Dezember wählt der Landtag in Sachsen-Anhalt dann den Ministerpräsidenten. Im Fernsehinterview mit Caren Miosga fand Markus Söder deutliche Worte für die mögliche AfD-Unterstützung seiner CDU-Kollegen. „Gehen Sie davon aus, dass dann kein CDU-Abgeordneter für Ulrich Siegmund stimmen wird?“, fragte Miosga ihn.

Söder wurde spürbar schärfer. Wer bei einer solchen Grundsatzfrage anders abstimme, brauche den Mut, sich öffentlich dazu zu bekennen. Das Verhalten in Sachsen-Anhalt nannte er „ziemlich schäbig“.

„Ich finde, jeder sollte das Rückgrat haben und die Statur haben, dann zu bekennen, wenn er was anders macht, und wenn er sich dann nicht mehr in der Union wohlfühlt, dann muss er halt auch woanders hingehen. Wer die AfD wählt, der hat bei uns jetzt nicht so die Zukunft“, forderte er.

Söder wird deutlich: Was kommt werde „nicht besser werden“

Eine „normale Partei“ ist die AfD für Söder nicht. Er verwies auf ihren Umgang mit Menschen mit Behinderung, ihre Sicht auf den Nationalsozialismus und ihre Nähe zu Moskau. „Die AfD in Bayern ist brutal rechts und zum Teil in Verschwörungsschwurbelei, da wird einem schwindlig.“ Trotzdem will er sie inhaltlich stellen. Die Brandmauer dürfe keine Debatte verhindern.

Auch die Lage der Bundesregierung war Thema. Söder warnte davor, die Koalition nur aus Angst vor der AfD zusammenzuhalten. Sie brauche ein gemeinsames Ziel und müsse Ergebnisse liefern. Sein Appell am Ende: Scheitere die Regierung wie die Ampel, werde das Nächste, was kommt, „auf jeden Fall nicht besser werden“.

Die CDU steckt in einem Umfragetief, während die AfD einen Höhenflug erlebt. Experten diskutieren: Was ist für den Trend verantwortlich?