Trump zieht die normalen US-Bürger ab – und entschädigt Walmart, Apple und Amazon

Donald Trump machte Zölle zu einem zentralen Werkzeug seiner Wirtschaftspolitik. Schon bei seiner Amtseinführung feierte er sie überschwänglich. Zölle seien das schönste Wort im Wörterbuch, würden Amerikaner verdammt reich machen und abgewanderte Firmen zurückholen.

Gut 18 Monate später fällt die Bilanz deutlich nüchterner aus. Vor allem amerikanische Verbraucher zahlen für Trumps Kurs. Viele importierte Waren verteuerten sich durch die Abgaben. Die erhofften Vorteile kommen damit zumindest bei zahlreichen Bürgern nicht an.

📌 Trumps Zölle: Das steckt dahinter Wirtschaftspolitisches Druckmittel: Zölle gehören für Trump zu den wichtigsten Instrumenten, um wirtschaftlichen Druck auszuüben. Große Versprechen: Trump verband seine Zollpolitik mit der Hoffnung, zuvor abgewanderte Unternehmen wieder in die USA zurückzuholen. Amazon als Sonderfall: Unter den genannten Konzernen hat nur Amazon angekündigt, einen Teil seiner Erstattung direkt an Kunden zurückzahlen zu wollen. Preisnachlässe statt Rückzahlung: Andere Unternehmen stellen vor allem zukünftige Preissenkungen in Aussicht, anstatt Verbrauchern bereits entstandene Mehrkosten zu erstatten.

Trump-Zölle kosten Verbraucher Tausende

Zahlen des Wirtschaftsausschusses des Kongresses zeigen das Ausmaß. Pro Kopf liegt die zusätzliche Belastung durch die Zölle bei 2.500 Dollar. Gerade Menschen mit geringem Einkommen trifft das hart. Sie müssen die gestiegenen Preise im Alltag aus eigener Tasche bezahlen.

Doch dann kassierte Trump auch juristisch eine Niederlage. Im Februar 2026 erklärte der Supreme Court seine Zölle für unrechtmäßig. Für Verbraucher klingt das zunächst nach einer guten Nachricht. Eine automatische Rückzahlung ihrer Mehrkosten bedeutet das Urteil allerdings nicht.

Erstattungen landen bei Konzernen

Stattdessen muss die US-Regierung Unternehmen Geld zurückzahlen. Anspruch haben diejenigen Firmen, die zuvor importierte Waren verkauft haben. Damit fließen die Erstattungen insbesondere an große Konzerne – und nicht direkt an die Verbraucher, die an den Kassen höhere Preise bezahlt haben.

Für einige Unternehmen geht es dabei um enorme Summen. Nach Angaben der Firmen erhält Walmart 2,4 Milliarden Dollar zurück. Apple bekommt demnach 2,2 Milliarden Dollar. Bei Amazon sind es immerhin noch 600 Millionen Dollar.

Damit entsteht eine bemerkenswerte Situation: Verbraucher mussten wegen Trumps Zollpolitik mehr für zahlreiche Produkte bezahlen. Nachdem die Zölle für unrechtmäßig erklärt wurden, landet das zurückgezahlte Geld jedoch zunächst bei den Unternehmen.

Die Kunden bekommen ihre zuvor gezahlten Mehrkosten dagegen nicht automatisch erstattet. Obwohl sie die höheren Preise getragen haben, profitieren sie nicht unmittelbar von den milliardenschweren Rückzahlungen der Regierung.

Unternehmen gehen unterschiedlich damit um

Wie die Unternehmen mit dem Geld umgehen, unterscheidet sich. Einige Firmen stellen vor allem künftige Preisnachlässe in Aussicht. Ob und in welchem Umfang Kunden dadurch tatsächlich entlastet werden, bleibt nach den vorliegenden Angaben offen.

Eine Ausnahme macht Amazon. Der Konzern hat angekündigt, zumindest einen Teil der Erstattungen an Kunden weiterzugeben. Damit könnten einige Verbraucher doch noch Geld zurückbekommen.

Trumps Zollpolitik sollte die Amerikaner reicher machen und wirtschaftlichen Druck auf andere Länder erzeugen. Nach gut anderthalb Jahren zeigt sich für viele US-Bürger jedoch eine andere Seite: Sie zahlten höhere Preise, während milliardenschwere Erstattungen zunächst an Unternehmen gehen.