In der Partei Bündnis Sahra Wagenknecht kracht es gewaltig. Thüringens Landeschefin Katja Wolf teilt heftig gegen die Namensgeberin der Gruppierung aus. Grund für den Streit ist der künftige Umgang mit der AfD. Gegenüber der Wochenzeitung „Die Zeit“ fand die Politikerin deutliche Worte.
„Mit der Annäherung an die AfD hat Sahra Wagenknecht eine Grenze überschritten“, erklärte Wolf laut der Nachrichtenagentur AFP. „Sie geht ja nicht nur inhaltlich auf die extreme Rechte zu, sondern bietet sich ihnen als Machtoption an“, fügte sie hinzu.
📌 Katja Wolf Katja Wolf ist eine deutsche Politikerin des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW). Seit Dezember 2024 ist sie Thüringer Finanzministerin sowie stellvertretende Ministerpräsidentin im Kabinett von Mario Voigt (CDU). Sie führt das Ministerium im Rahmen der sogenannten „Brombeer-Koalition“ aus CDU, BSW und SPD.
Warnung vor einem Rechtsruck
Auslöser der Kritik sind Überlegungen für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September. Dort führt die AfD die Umfragen deutlich an. Im BSW gibt es Pläne, den AfD-Kandidaten Ulrich Siegmund bei einem dritten Wahlgang durch Enthaltung gewähren zu lassen.
Wagenknecht plädiert für einen überparteilichen Regierungschef und das Ende der Brandmauer. Für Wolf ist dieses Szenario inakzeptabel. „Ich warne davor, dass meine Partei einer AfD leichtfertig zur Macht verhilft. Für das BSW kann es keine Verbrüderung mit der AfD geben“, betonte sie.
Streit um die Regierung in Thüringen
Auch im eigenen Bundesland stellt sich die Landesvorsitzende gegen die Linie aus Berlin. Wagenknecht hatte für Thüringen eine Expertenregierung gefordert. Diesen Vorstoß wies Wolf als undemokratisch zurück.
Stattdessen will die BSW-Fraktion in Erfurt an der Koalition mit CDU und SPD festhalten. Daran ändern auch die Plagiatsvorwürfe gegen Ministerpräsident Mario Voigt nichts. Die TU Chemnitz hatte dem CDU-Politiker den Doktortitel entzogen, wogegen dieser klagt.
Klare Kante gegen den Bundesvorstand
Zuvor hatte der BSW-Bundesvorstand verlangt, Voigt fallen zu lassen. Ein überparteilicher Ministerpräsident sollte stattdessen mit wechselnden Mehrheiten und unter Einbindung der AfD regieren. Die Thüringer Parteispitze ignorierte diese Vorgabe.
Die Vorwürfe gegen den Regierungschef sieht Wolf ohnehin kritisch. „Das Gutachten, das Voigt vorwirft, in seiner Dissertation plagiiert zu haben, wurde von der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag bezahlt und ist Teil einer Kampagne“, sagte sie.
