DFB-Euphorie nach Serbien: Klopps erster Eindruck steht weiter auf der Kippe

Alle guten Dinge sind drei: Nach dem 1:1 bei den Niederländern und dem 0:1 gegen die Griechen hat Jürgen Klopp gegen Serbien (2:0) endlich seinen ersten Sieg als Bundestrainer feiern dürfen. Entsprechend groß war die Erleichterung bei allen Beteiligten. War der überzeugende Erfolg gegen die Serben der Startschuss für eine erfolgreiche DFB-Zukunft?

Der erste Klopp-Erfolg bedarf durchaus einer kleinen Einordnung. Denn das serbische Team, auf das die deutsche Nationalmannschaft in der Münchener Arena traf, kann und darf kein Maßstab sein. Umso wichtiger wird das letzte Spiel der ersten Abstellungsperiode unter Klopp in Griechenland (Sonntag, 20.45 Uhr). Das Spiel in Thessaloniki hat auf mehreren Ebenen eine viel größere Bedeutung für Klopp und den DFB als das gegen Serbien.

📌 Statistiken zum 2:0-Sieg des DFB-Team gegen Serbien Torschützen: Tom Bischof und Florian Wirtz. Torschüsse: 32. Erwartete Tore: Knapp vier.

Schwache Serben kein Maßstab für Klopps DFB-Team

Eines ist vorweg zu sagen: Deutschland zeigte gegen die Osteuropäer ein starkes Spiel. Schon zur Halbzeit hätte das DFB-Team mit 2:0 oder gar 3:0 führen müssen. Am Ende standen 74 Prozent Ballbesitz, knapp vier erwartete Tore und satte 32 Torschüsse auf dem Papier. Es sind Zahlen, die Deutschlands Dominanz unterstreichen. Klopp stellte sein Team passend ein und durfte am Ende einen hochverdienten Erfolg feiern.

Doch zur Wahrheit gehört auch: Bei aller Freude, bei aller Erleichterung und bei aller Zufriedenheit ob des jüngsten Spiels muss man realistisch auf den Gegner blicken. Denn dieses gebeutelte Serbien, das in Teilen nur mit einer B-Elf angetreten und zu keiner Zeit auch nur annähernd gefährlich geworden ist, ist kein Maßstab für Klopp und sein Team. Serbien musste ohne seine Top-Spieler ran und hatte dementsprechend wenig zu bieten.

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Das Spiel muss man dennoch erst einmal so souverän und dominant über die Bühne bringen. Und doch sollte klar sein: Der Gesamteindruck dieser ersten Klopp-Spiele hängt nun einzig und allein an dem Auswärtsspiel in Griechenland. Spiel Nummer eins war in Ordnung, Spiel Nummer zwei alles andere als gut und Spiel Nummer drei zufriedenstellend. Nun schaut alles auf Spiel Nummer vier.

Härtetest in Griechenland als Wegweiser

Unter Flutlicht im Hexenkessel von Thessaloniki – es gibt angenehmere Aufgaben als ein Auswärtsspiel im legendären Toumba-Stadion. Die Stimmung dürfte hitzig werden, das Spiel dementsprechend wild. Und die Griechen warten mit sieben Punkten aus drei Spielen im Rücken. Auf Klopp und sein Team kommt zum Ende der ersten gemeinsamen Länderspielpause noch einmal ein ganz hartes Brett zu.

Und ausgerechnet dieses Spiel könnte für die kommenden Wochen und Monate enorm entscheidend, gar richtungsweisend, werden. Gewinnt man dieses Spiel, gehen alle Beteiligten mit einem guten Gefühl auseinander, ehe man sich im November für zwei Spiele wieder zusammenfindet. Geht auch das zweite Spiel gegen Griechenland schief, steht das erste Länderspielpaket unter Klopp unter einem anderen Stern. Auch wenn diese ersten vier Spiele ohnehin als Experiment angesehen waren.

Klopp hat sich bewusst entschieden, zu experimentieren und möglichst viele Spieler mitzunehmen und einsetzen zu wollen. Dass bei diesem Prozess Geduld gefragt ist, sollte keiner Erwähnung bedürfen. Und doch ist und bleibt der Fußball – auch unter und für Neu-DFB-Coach Jürgen Klopp – ein Ergebnissport.

Deutschland kann nach dem Sieg gegen Serbien durchaus selbstbewusst in das Spiel gegen die Griechen gehen. Den Schwung aus diesem Erfolg sollte man in jedem Fall mitnehmen. Und doch ist ein Sieg gegen Griechenland eben elementar wichtig – für das eigene Gefühl, aber vor allem für die Gesamtstimmung rund um die deutsche Nationalmannschaft.