Jonas Urbig hat den nächsten großen Schritt seiner Karriere gemacht. Beim 2:0 gegen Serbien feierte der 23-Jährige sein Debüt für die deutsche Nationalmannschaft – ausgerechnet in der Münchner Allianz Arena. Beim FC Bayern München gilt er längst als designierter Nachfolger von Manuel Neuer. Trainer Vincent Kompany traut ihm sogar die Nummer eins im DFB-Tor zu.
Genau in diese Aufbruchsstimmung platzt allerdings ein brisantes Torwart-Gerücht. Nach Informationen des „Kicker“ beschäftigt sich der FC Bayern mit Oliver Baumann. Der 36 Jahre alte Hoffenheimer soll intern sogar als Top-Lösung gelten. Für Urbig klingt das zunächst nach neuer Konkurrenz – doch der eigentliche Bayern-Plan soll ganz anders aussehen.
📌 Bayerns Torwart-Plan Manuel Neuer: Der 40-Jährige besitzt beim FC Bayern noch einen Vertrag bis Sommer 2027. Jonas Urbig: Der 23-Jährige ist bis 2029 gebunden und wird als langfristiger Neuer-Nachfolger aufgebaut. Oliver Baumann: Der Hoffenheimer war bis zur WM die deutsche Nummer eins und steht bei der TSG bis 2028 unter Vertrag. Sven Ulreich: Auch der Vertrag des langjährigen Bayern-Ersatzkeepers endet im Sommer 2027.
Kompany macht bei Urbig klare Ansage
Wie groß die Münchner Stücke auf Urbig sind, lässt sich kaum deutlicher formulieren als Kompany es zuletzt tat. „Wenn einer glaubt, dass Jonas nicht irgendwann die Nummer eins von Deutschland wird, glaube ich, dass er einen großen Fehler macht“, sagte der Bayern-Trainer. Und legte nach: „Der Junge wird irgendwann die Nummer eins sein.“
Beim Zeitpunkt hielt sich Kompany zurück. Ob in einem oder erst in fünf Jahren, müsse Bundestrainer Jürgen Klopp entscheiden. Beim FC Bayern ist die Perspektive dagegen längst klarer. Sportvorstand Max Eberl erklärte im Mai, Neuer und Sven Ulreich sollten Urbig dabei unterstützen, „die Zukunft des FC Bayern zu werden“.
Auch interessant: Rätselraten um Klopps Kapitän: Das sind die Kandidaten bei Deutschland – Serbien
Inzwischen hat Urbig auch beim DFB den nächsten Schritt gemacht. Gegen Serbien feierte er sein erstes A-Länderspiel – und blieb beim 2:0 direkt ohne Gegentor. Wirklich gefordert wurde er kaum, weil Deutschland die Partie über weite Strecken komplett kontrollierte.
Einen Schreckmoment gab es dennoch. Ein riskanter Fehlpass Urbigs brachte Serbien beinahe zurück ins Spiel. Am gelungenen Gesamteindruck änderte das wenig. Für den Bayern-Keeper stand am Ende ein Sieg zu null – und damit eine Premiere, die seine rasante Entwicklung weiter unterstreicht.
Und plötzlich taucht Baumann auf
Umso spannender wirkt nun das Baumann-Gerücht. Der Hoffenheimer bringt eine Erfahrung mit, die Urbig naturgemäß noch fehlt. Vor der WM war Baumann Deutschlands Nummer eins, ehe Neuer beim Turnier zurückkehrte. Unter Klopp gehörte er für die ersten Nations-League-Spiele nicht zum Aufgebot.
Auf den ersten Blick könnte ein solcher Transfer Urbigs Position infrage stellen. Laut „Kicker“ ist aber genau das Gegenteil geplant: Sollte Neuer nach dieser Saison tatsächlich aufhören, soll Urbig aufrücken. Baumann wäre demnach der erfahrene Mann dahinter und würde gewissermaßen die Rolle übernehmen, die Ulreich seit Jahren ausfüllt.
Auch interessant: Wildes Gerücht: Schnappt der FC Bayern wieder beim 1. FC Köln zu?
Das passt zur Entwicklung des Youngsters. Urbig hat trotz seines Alters bereits mehr als 30 Partien für den FC Bayern absolviert und profitiert täglich von Neuer. Über den Weltmeister sagt er selbst: „Manu ist natürlich eine Ikone.“ Gleichzeitig beschreibt Urbig die beiden als „befreundete Konkurrenten“.
Sein DFB-Debüt verändert daran wenig – erhöht aber noch einmal die Fallhöhe. Urbig soll perspektivisch nicht nur Neuer in München beerben. Auch in der Nationalmannschaft wird ihm zugetraut, sich langfristig ganz nach vorne zu spielen.
Warum sollte Baumann das machen?
Damit verschiebt sich die spannendste Frage des Gerüchts. Weniger Urbigs Zukunft ist ungeklärt – vielmehr müsste Baumann überzeugt werden, sich mit der Rolle dahinter anzufreunden.
In Hoffenheim ist der 36-Jährige Kapitän und Stammkeeper. Dazu lockt ein historischer Rekord. Karl-Heinz Körbel führt die ewige Bundesliga-Liste mit 602 Einsätzen an. Baumann fehlen noch 75 Spiele. Als Ersatzkeeper beim FC Bayern dürfte diese Marke kaum erreichbar sein.
Für Urbig wäre eine Baumann-Verpflichtung dagegen womöglich sogar das nächste große Vertrauenssignal. Bayern würde keinen neuen designierten Neuer-Nachfolger holen, sondern einen hochdekorierten Torwart, der sich hinter dem 23-Jährigen einordnet.
Noch ist das Zukunftsmusik. Doch die Rollenverteilung, mit der Bayern offenbar plant, ist bemerkenswert: Urbig bekommt beim DFB seine erste große Bühne – und in München wird offenbar bereits daran gearbeitet, ihm nach Neuer endgültig den Weg zur Nummer eins freizumachen.
