Drei Monate nach dem prestigeträchtigen Rennen in Monaco muss Pierre Gasly eine bittere Pille schlucken. Der Franzose verliert seinen Pokal für den dritten Platz. Die Sportrichter des Weltverbands FIA haben den Einsprüchen verschiedener Rennställe aus der Formel 1 stattgegeben.
Ursprünglich hatte der Alpine-Fahrer von einer nachträglichen Änderung des Ergebnisses profitiert. Nun brummten die Verantwortlichen ihm seine Zeitstrafen wieder auf. Dadurch rückt Red-Bull-Pilot Isack Hadjar in der offiziellen Liste hinter Rennsieger Kimi Antonelli im Mercedes und Ferrari-Fahrer Lewis Hamilton wieder auf den dritten Rang vor. Bitter für den französischen Formel-1-Piloten, der aktuell um jeden Punkt kämpfen muss.
📌 Fakten zu Pierre Gasly Pierre Gasly debütierte in der Saison 2017 in der Formel 1 für den damaligen Rennstall Toro Rosso. 2019 ging Gasly kurz für Red Bull an den Start, konnte dort allerdings keine nennenswerten Erfolge verbuchen. Seit 2023 geht Gasly für Alpine an den Start.
Formel 1: Gasly zu schnell in der Boxengasse
Auslöser für das juristische Tauziehen war ein regelrechtes Chaos um Tempoverstöße in der Boxengasse von Monte-Carlo. Zahlreiche Piloten kassierten während des Rennens entsprechende Strafen. Bei Gasly hoben die Regelhüter der Formel 1 zwei Fünf-Sekunden-Strafen am Grünen Tisch zunächst wieder auf. Sie räumten dabei technische Probleme bei der Zeitmessung ein.
Diese Entscheidung kassierten die obersten FIA-Richter jetzt jedoch wieder ein. Eine Aufhebung der Strafen stelle eine Ungleichbehandlung gegenüber den anderen sanktionierten Fahrern dar. Zuvor hatten Red Bull, das Schwesterteam Racing Bulls und McLaren erfolgreich Protest gegen die milde Behandlung eingelegt.
Harte Vorwürfe nach dem Berufungsurteil
Für das Team Alpine bringt das Urteil neben dem sportlichen Rückschlag auch finanzielle Folgen mit sich. Der Rennstall muss die Hälfte der angefallenen Verfahrenskosten übernehmen. In der neuen Wertung findet sich Gasly nun lediglich auf dem siebten Platz wieder. In einer offiziellen Mitteilung reagierte das Team mit Frust auf den Beschluss.
Wenig später holte Alpine-Chefberater Flavio Briatore in einer Medienrunde des Weltverbands zum verbalen Gegenschlag aus. Er warf einem der vier Berufungsrichter eine enge persönliche Beziehung zum McLaren-Team vor und bezeichnete das Verfahren deshalb als unfair. Sichtlich pikiert konterte McLaren-Teamchef Andrea Stella diese Anschuldigungen umgehend. Laut seiner Aussage sei die Verhandlung absolut „nach den höchsten Standards“ abgelaufen.
Kurz vor dem Grand Prix in Monza geht es in der Formel 1 also heiß her. Beim prestigeträchtigen Rennen in Italien muss ein Fahrer dagegen nur zuschauen.
