Die Diskussion um die deutsche Migrationspolitik bleibt eines der bestimmenden politischen Themen des Landes. Besonders die Frage, wie Deutschland seine Grenzen kontrollieren und gleichzeitig europäische Lösungen fördern kann, bewegt viele Bürger. Eine aktuelle Umfrage im Auftrag des ARD-DeutschlandTREND zeigt nun, dass eine deutliche Mehrheit der Wahlberechtigten eine Fortsetzung der derzeitigen Grenzkontrollen befürwortet.
Nach den Ergebnissen der Erhebung sprechen sich 71 Prozent der Befragten dafür aus, die Kontrollen an den deutschen Grenzen auch über den September hinaus fortzuführen. Lediglich 24 Prozent halten eine Verlängerung für den falschen Weg. Die Maßnahmen wurden ursprünglich eingeführt, um irreguläre Migration einzudämmen, und gelten derzeit an sämtlichen deutschen Grenzen. Alexander Dobrindt, Bundesinnenminister im Merz-Kabinett hat bereits angekündigt, sich für eine Fortsetzung der Kontrollen einzusetzen.
📌 Grenzkontrollen Kontrollen an allen Landgrenzen: Deutschland führt derzeit Kontrollen an sämtlichen Grenzen zu seinen neun Nachbarstaaten durch. Die Maßnahmen betreffen unter anderem die Grenzen zu Polen, Tschechien, Österreich, Frankreich und den Niederlanden Verlängerung bis September 2026: Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hat die Kontrollen im Februar 2026 um weitere sechs Monate verlängert. Nach aktueller Regelung gelten sie mindestens bis zum 15. September 2026. Schengen-Ausnahme: Im Schengen-Raum sind dauerhafte Grenzkontrollen grundsätzlich nicht vorgesehen. Staaten können sie jedoch vorübergehend einführen, wenn sie Gefahren für die öffentliche Ordnung oder Sicherheit geltend machen. Begründung der Bundesregierung: Die Bundesregierung verweist auf migrations- und sicherheitspolitische Gründe. Ziel ist es insbesondere, irreguläre Migration einzudämmen und gegen Schleuserkriminalität vorzugehen.
Vor allem AfD-Anhänger sind für Verlängerung der Grenzkontrollen
Besonders groß ist die Zustimmung unter den Anhängern mehrerer Parteien. Wähler der AfD unterstützen die Verlängerung mit großer Mehrheit, aber auch unter Anhängern von Union und SPD überwiegt die Zustimmung deutlich. Anders fällt das Meinungsbild bei Grünen und Linken aus. Dort lehnen die jeweiligen Mehrheiten eine Fortführung der Grenzkontrollen ab.
Trotz der Unterstützung für nationale Maßnahmen wünschen sich viele Deutsche weiterhin eine gemeinsame europäische Strategie in der Flüchtlingspolitik. Knapp sechs von zehn Befragten halten eine abgestimmte Lösung auf EU-Ebene für den richtigen Ansatz. Etwa ein Drittel bevorzugt dagegen nationale Wege, bei denen die einzelnen Staaten eigenständig über Maßnahmen entscheiden. Damit zeigt sich, dass ein europäischer Kurs nach wie vor auf breite Zustimmung stößt.
Fast die Hälfte der Befragten für Abschiebezentren außerhalb der EU
Auch ein weiteres migrationspolitisches Vorhaben der Europäischen Union wurde in der Umfrage bewertet. Dabei geht es um die geplante Einrichtung von Abschiebezentren in Staaten außerhalb der EU. Fast die Hälfte der Befragten bewertet diesen Schritt positiv, während etwas mehr als ein Drittel ihn kritisch sieht. Ziel der Maßnahme ist es, den Umgang mit Personen zu regeln, deren Asylantrag innerhalb der Europäischen Union abgelehnt wurde.
Die Haltung zu diesen geplanten Zentren unterscheidet sich ebenfalls deutlich entlang politischer Lager. Zustimmung kommt von Anhängern der AfD und der Union. Bei den SPD-Anhängern fällt das Bild gespalten aus, während Unterstützer von Grünen und Linken die Pläne mehrheitlich ablehnen. Die Ergebnisse verdeutlichen, wie kontrovers Fragen der Migration und Asylpolitik weiterhin diskutiert werden.
Für die Erhebung befragte infratest dimap Anfang August 2026 bundesweit 1.297 wahlberechtigte Personen. Die Datenerhebung erfolgte sowohl telefonisch als auch online nach einem zufallsbasierten Verfahren.
