Deutschland hat gleich neun Nachbarländer, und kaum eines gleicht dem anderen. Für viele Reisende werden sie zur echten Alternative zum Flieger. Eine aktuelle Auswertung von Urlaubstracker zeigt welche Reiseziele sich für wen besonders lohnen und warum der Blick in die Nachbarländer sinnvoll ist.
Die Gründe liegen auf der Hand. Die Anreise mit dem Auto klappt meist bequem, im Kofferraum ist Platz für Fahrrad oder Camping-Zubehör. Auch mit Hund reist es sich einfacher als per Flugzeug.
📌 Urlaubstrends Deutschland Deutschland bleibt Reiseland Nummer eins: Laut der 42. Deutschen Tourismusanalyse planen 25 Prozent der Befragten 2026 einen Urlaub im eigenen Land, noch vor Spanien mit rund neun Prozent. Rekordausgaben für den Haupturlaub: 2025 gaben die Deutschen im Schnitt 1.636 Euro pro Person für ihre Hauptreise aus, fast 100 Euro mehr als im Vorjahr und ein neuer Höchstwert. Camping-Boom in Osteuropa: Der ADAC verzeichnet einen wachsenden Trend zu Camping-Zielen wie Slowenien, Albanien und Rumänien, während Klassiker wie Italien, Frankreich und Kroatien weiterhin beliebt bleiben.
Tschechien ist der Preis-Leistungs-Sieger
Für den „Nachbarländer-Urlaubscheck“ verglichen die Experten Kosten für Unterkunft, Essen und Sprit mit deutschen Preisen. Zusätzlich flossen Reisekomfort, Wetter und Freizeitwert in die Bewertung ein.
Klarer Sieger beim Preis-Leistungs-Verhältnis: Tschechien. Wenig Stau, hilfsbereite Locals, kaum Touristenmassen und dazu niedrige Preise machen das Land zum Sommer-Favoriten. Ein Hotelzimmer in Böhmen kostet im Schnitt 111 Euro, ein Abendessen für zwei rund 51 Euro.
Auch bei der Gastfreundschaft liegt Tschechien vorn: 64 Prozent der Befragten halfen kürzlich einem Fremden. Dänemark, Belgien und Österreich folgen dicht dahinter. Deutschland schneidet mit 57 Prozent ebenfalls gut ab.
Ostsee-Feeling zum kleinen Preis
Polen punktet ebenfalls mit günstigen Preisen. Hotels und Restaurants liegen etwa 20 bis 30 Prozent unter deutschem Niveau. Die pommersche Ostsee lockt mit breiten Stränden und gilt als preiswerte Alternative zur deutschen Küste. Ein Doppelzimmer kostet dort rund 99 Euro pro Nacht.
Radfans kommen in den Niederlanden voll auf ihre Kosten. Kein anderes Nachbarland bietet ein so dichtes Radwegenetz. Belgien und Dänemark folgen auf den Plätzen, beide schneiden sogar besser ab als Deutschland selbst.
Wer mit Hund verreist, findet in Dänemark ideale Bedingungen. Weite Strände, milde 18 Grad im Sommer und wenig Trubel sorgen für Entspannung bei Mensch und Tier.
Freie Fahrt beim Urlaub mit dem Auto
Beim Sprit lohnt sich der Blick nach Polen: Dort tankt man bis zu 30 Prozent günstiger als hierzulande. Auch Tschechien, Österreich, Luxemburg und Belgien liegen unter deutschem Preisniveau. Teurer wird es dagegen in der Schweiz, den Niederlanden und Dänemark.
Stress vermeiden lässt sich am ehesten Richtung Luxemburg, Belgien und Tschechien: Diese Strecken gelten als vergleichsweise stauarm. Mehr Geduld braucht es auf dem Weg nach Österreich, Dänemark und Polen.
Trend zu Nähe, aber die Fernreise-Sehnsucht bleibt
Auch andere Umfragen bestätigen den Trend zur Nähe. Laut der Deutschen Tourismusanalyse bleibt Deutschland selbst mit 25 Prozent das beliebteste Reiseziel der eigenen Bevölkerung. Der ADAC sieht zudem eine wachsende Vorliebe fürs eigene Auto und Camping in Nachbarländern wie Slowenien oder Rumänien.
Trotzdem bleibt die Sehnsucht nach der Ferne groß. Eine Umfrage von Urlaubsguru zeigt: Auf der Wunschliste vieler Deutscher stehen Norwegen, die USA und Japan ganz oben. Nähe und Preis schlagen zwar oft die Vernunft, das Fernweh verschwindet aber nicht.
Die Tourismusbranche in Deutschland jubelt über nie dagewesene Gästezahlen im ersten Halbjahr. Doch ein Knick trübt die Bilanz.
