Melania Trump: Die First Lady, die man nie sieht

Donald Trump absolviert Termin um Termin, seine Ehefrau fehlt dabei häufig. Melania Trump gilt als eine der zurückhaltendsten First Ladys der US-Geschichte. Ihre Abwesenheit sorgt seit Beginn der zweiten Amtszeit für Spekulationen. Familiäre Gründe, Sicherheitsbedenken und eigene Projekte spielen dabei eine Rolle.

Offiziell hat sich Melania Trump zu ihrem Alltag kaum geäußert. Vor der Amtsübernahme kündigte sie gegenüber dem Sender Fox News noch an, ab dem 20. Januar „dem Land dienen“ zu wollen. Die Praxis sieht anders aus. Beobachter zählen deutlich weniger Auftritte als bei ihren Vorgängerinnen.

📌 Das wissen die wenigsten über die First Lady Eigene Kryptowährung: Melania Trump brachte im Januar 2025 einen nach ihr benannten Coin auf den Markt. Memoiren als Bestseller: Ihre Autobiografie mit dem schlichten Titel „Melania“ erschien im Herbst 2024 in den USA. Stilistische Konstante: Der Hosenanzug ist bei offiziellen Anlässen längst zu ihrer Uniform geworden. Kennenlernen in New York: Melania und Donald Trump lernten sich 1998 kennen, geheiratet wurde 2005. Teure Ausnahmen: Abstecher nach Washington gelten wegen zusätzlicher Secret-Service-Maßnahmen als kostspielig

Wie oft ist sie überhaupt vor Ort?

Die Zahlen fallen bemerkenswert aus. Seit dem Amtsantritt ihres Mannes im Januar soll sie laut Insidern gerade einmal 14 Tage im Weißen Haus verbracht haben. Auch bei Auslandsreisen fehlt sie regelmäßig. Bei einer Nahost-Reise ihres Mannes war sie nicht dabei.

Selbst in Florida zeigt sie sich selten. Angestellte berichteten der „New York Times“, dass Melania Trump auch im Anwesen Mar-a-Lago zuletzt ein seltener Gast gewesen sei. Ihre Aufenthaltsorte bleiben damit weitgehend unklar. Im Weißen Haus soll der Präsident mit seinem Team bereits traditionelle Aufgaben der First Lady übernommen haben.

Welche Rolle spielt Sohn Barron?

Der wohl meistgenannte Grund heißt Barron Trump. Der gemeinsame Sohn studiert in New York und wohnt auf einer eigenen Etage im Trump Tower. Von dort sind es nur 15 Minuten Fußweg zur Universität. Melania Trump hält sich in seiner Nähe auf.

Sie selbst hat diese Prioritätensetzung angedeutet. „Ich habe das Gefühl, wir haben sie als Kinder, bis sie 18, 19 sind“, erklärte sie gegenüber Fox News. Wie das Portal „Watson“ berichtet, war schon in der ersten Amtszeit die Eingewöhnung des Sohnes der Grund für ihren verspäteten Einzug. Hinzu kommt: Sie verbringt derzeit viel Zeit mit ihrem Vater, der ebenfalls in New York lebt.

Sicherheitssorgen als zentraler Faktor

Ein weiterer Grund wiegt möglicherweise schwerer. Die Sorge um die eigene Sicherheit gilt als vorrangige Erklärung für ihre Zurückhaltung. Diese Bedenken sind nicht neu. Schon bei der Parade zur ersten Amtseinführung soll sie deswegen zunächst nicht aus dem Auto haben steigen wollen.

Das Attentat auf Donald Trump im Juli 2024 dürfte diese Haltung verstärkt haben. Öffentliche Großveranstaltungen bedeuten für Angehörige des Präsidenten ein erhöhtes Risiko. Ihre Zurückhaltung lässt sich in diesem Licht nachvollziehen. Belegbare Aussagen von ihr selbst dazu fehlen allerdings.

New York statt Washington

Ihre Wohnortpräferenz zeichnete sich früh ab. Aus dem Umfeld des Trump-Clans hieß es bereits vor der Wahl, sie sehe ihren Lebensmittelpunkt sehr wahrscheinlich in New York. Die Millionenmetropole ist ihr laut diesen Angaben ans Herz gewachsen, anders als Washington.

Im Januar äußerte sie sich vage zu ihrem Aufenthalt. „Ich werde im Weißen Haus sein. Und wissen Sie, wenn ich in New York sein muss, werde ich in New York sein. Wenn ich in Palm Beach sein muss, werde ich in Palm Beach sein“, sagte sie. Wie die Berliner Morgenpost berichtete, ging Biografin Mary Jordan sogar davon aus, dass Melania Trump nie wieder einen Fuß ins Weiße Haus setzen könnte.

Was kosten sie die seltenen Auftritte?

Die Zurückhaltung hinterlässt Spuren in den Umfragen. Ihre Zustimmungswerte sanken laut einer YouGov-Erhebung auf einen historischen Tiefstand von 36. Beobachter nennen laut USA Today ihre nahezu vollständige Abwesenheit von der öffentlichen Bühne als Hauptursache.

Auch persönliche Schilderungen prägen das Bild. Jill Biden beschreibt in ihren Memoiren eine angespannte, weitgehend stumme Autofahrt mit Melania am Tag der Amtseinführung 2025. Solche Momente trugen zu ihrem Ruf als unnahbar bei. Der Eindruck der Distanz verfestigt sich dadurch weiter.

Ganz verschwunden ist sie nicht

Bei ausgewählten Anlässen tritt sie durchaus auf. Zur Beerdigung von Papst Franziskus begleitete sie ihren Mann nach Rom, obwohl der Termin auf ihren Geburtstag fiel. Solche Auftritte bleiben allerdings Ausnahmen.

Bemerkenswert sind Termine ohne ihren Mann. Bei der Preisverleihung der Presidential AI Challenge zeigte sie sich gelöst und herzlich, wie news.de schildert. „Heute geht es darum, Türen zu öffnen“, sagte sie dort.

Parallel verfolgt sie eigene Projekte, darunter eine Dokumentation mit Amazon.