Waymo-Start in München: Jetzt kommen die fahrerlosen Taxis zu uns

In der bayerischen Landeshauptstadt können Fahrgäste bald in Autos ohne menschliches Personal einsteigen. Ende des Jahres 2027 will die Google-Schwesterfirma Waymo einen regulären fahrerlosen Fahrdienst für die Öffentlichkeit starten. Das gab das Unternehmen kürzlich in einem Blog-Eintrag bekannt.

München wird durch diesen Schritt zur ersten Stadt des Anbieters innerhalb der Europäischen Union. Schon in wenigen Wochen sollen die ersten Fahrzeuge im Stadtgebiet auftauchen. Während dieser frühen Erprobungsphase erfassen die Wagen das Straßennetz ganz genau. Geschultes Fachpersonal sitzt dabei zunächst noch am Steuer, um das komplexe Fahrsystem optimal auf den örtlichen Verkehr einzustellen.

📌 Das ist Waymo Herkunft und Eigentümer: Waymo ist die Tochtergesellschaft von Alphabet (Googles Mutterkonzern) mit Sitz in Mountain View, Kalifornien. Das Projekt startete 2009 als Googles Self-Driving-Car-Projekt und wurde im Dezember 2016 als eigenständiges Unternehmen ausgegliedert. Geführt wird es seit April 2021 von den Co-CEOs Tekedra Mawakana und Dmitri Dolgov. Betrieb im großen Maßstab: Waymo ist der einzige US-Anbieter, der bezahlte Robotaxi-Fahrten ohne Sicherheitsfahrer in großem Umfang anbietet – rund 500.000 bezahlte Fahrten pro Woche in etwa 10 bis 11 US-Metropolregionen, mit einer Flotte von rund 3.000 bis 3.900 Fahrzeugen. Zu den Städten zählen Phoenix, San Francisco, Los Angeles, Austin, Atlanta, Miami und Washington D. C. Im Oktober 2020 war Waymo das erste Unternehmen, das Fahrten ohne Sicherheitsfahrer für die Öffentlichkeit anbot. Finanzierung und Expansionspläne: Im Februar 2026 sammelte Waymo 16 Milliarden US-Dollar ein – davon rund 13 Milliarden von Alphabet – bei einer Bewertung von 126 Milliarden Dollar. Das Geld soll die Expansion in über 20 neue Städte im Jahr 2026 finanzieren, darunter international Tokio und London. Ziel sind rund 1 Million bezahlte Fahrten pro Woche bis Jahresende 2026. Technik und Sicherheitsbilanz: Waymo setzt auf eine Kombination aus Lidar, Radar und Kameras (Level-4-Autonomie) und rollt aktuell die 6. Generation des „Waymo Driver“ in eigens gebauten Ojai-Robotaxis aus, ergänzt um Jaguar I-PACE und Hyundai Ioniq 5. Das Unternehmen hat über 200 Millionen vollautonome Meilen zurückgelegt und gibt an, auf 127 Millionen Meilen rund 90 % weniger Unfälle mit schweren Verletzungen zu verzeichnen als menschliche Fahrer.

Behörden prüfen die rechtlichen Hürden

Für den späteren Betrieb ohne Fahrer arbeitet das Unternehmen eng mit dem Kraftfahrt-Bundesamt zusammen. Auch die zuständigen Landesbehörden und Kommunalbehörden begleiten den Prozess, um die notwendigen rechtlichen Zulassungen zu erteilen. Bereits im Jahr 2021 hatte Deutschland mit entsprechenden Gesetzen die Basis für den fahrerlosen Straßenverkehr im Alltag geschaffen.

Millionen Kilometer Erfahrung auf amerikanischen Straßen

Der Anbieter verweist auf seine umfangreichen Erfahrungen aus den Vereinigten Staaten. Dort ist der Fahrdienst momentan in elf Großräumen und Städten für die Öffentlichkeit im Einsatz. Zu den Einsatzorten zählen unter anderem Atlanta, Austin, Dallas, Houston, Los Angeles und Miami. Ebenso fahren die Autos in Nashville, Orlando, Phoenix, San Antonio sowie in der Bucht von San Francisco.

Nach Angaben des Unternehmens haben die Fahrzeuge in den USA bereits über 350 Millionen Kilometer ohne menschliche Steuerung zurückgelegt. Dabei führten sie mehr als 20 Millionen bezahlte Fahrten durch. Laut Waymo ist das System deutlich sicherer unterwegs als ein Mensch am Steuer. Eigene Erhebungen zeigen demnach ein Vielfaches weniger an Unfällen mit Schwerverletzten sowie mit Fußgängern und Radfahrern.