Der Wahlkampf in Sachsen-Anhalt – er wird nicht als einer der zurückhaltenden Worte und des taktvollen Umgangs miteinander in die Geschichtsbücher eingehen. Jetzt mischt sich auch Komiker Dieter Hallervorden mit ein und wettert volle Breitseite gegen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).
Er kritisiert dabei die Art und Weise, wie sich der Regierungschef am Wahlkampf im Ost-Bundesland beteiligt. Hallervorden unterstützt bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt den bisherigen CDU-Ministerpräsidenten Sven Schulze.
📌 Unvereinbarkeitsbeschlüsse und die CDU Die CDU hat in den letzten Jahren mehrfach Unvereinbarkeitsbeschlüsse gefasst, die sowohl eine Zusammenarbeit als auch Koalitionen mit der AfD und der Linkspartei ausdrücklich ausschließen. Durch veränderte Mehrheitsverhältnisse in Landes- und Bundeparlamenten geraten Parteien wie die CDU zunehmend unter Druck. Kritiker und Politiker anderer Parteien bemängeln, dass starre Unvereinbarkeitsbeschlüsse die Bildung stabiler Regierungen erschweren.
Hallervorden kritisiert Merz
Bei einem Fest für Demokratie und Zusammenhalt in Halle nahm der Schauspieler kein Blatt vor den Mund. Den Unvereinbarkeitsbeschluss der CDU zur Linken bezeichnete er als „totalen Quatsch“, wie „t-online“ ihn zitiert. Die Partei schließt eine Koalitionsbildung mit der Linken kategorisch aus – was in den Ost-Bundesländern in der Vergangenheit zu komplizierten Regierungsbildungsverhältnissen geführt hat. Auch weil die AfD derzeit historisch starke Zustimmungswerte einfährt.
Hallervorden nannte den Beschluss „total überholt“ und „einen schweren Fehler“. Der Schauspieler selbst sieht dabei offenbar einen deutlichen Unterschied zwischen der Politik auf Bundes- und Länderebene. Die Probleme würden von den Parteien in Sachsen-Anhalt gelöst, zitiert ihn „t-online“ weiter. Merz sei dafür „so wenig nötig wie eine Schnecke beim Hürdenlauf“.
Merz im Wahlkampf zurückhaltend
Der Bundeskanzler trat im Wahlkampf bisher zwei Mal auf – fiel dabei aber besonders mit seiner Distanz zu den Wählern auf. Direkten Bürgerkontakt suchte er nicht, die Terminen waren ziemlich abgeschirmt.
Die Stimmung in Sachsen-Anhalt ist wenige Tage vor der Wahl ziemlich angespannt. In den letzten Umfragen vor der Stimmabgabe konnte die AfD über 40 Prozent der Zustimmungswerte einheimsen. Für eine absolute Mehrheit würde das aber nicht reichen.
