Russischer Drohnenschlag trifft ukrainischen Geheimdienst – Selenskyj kündigt Gegenschlag an

Mitten in Kiew hat eine russische Drohne das Hauptquartier des Geheimdienstes SBU getroffen. Das Fluggerät nahm dabei offenbar gezielt die Führungsebene ins Visier. „Die Drohne zielte direkt auf das Arbeitszimmer des SBU-Leiters in diesem Gebäude“, erklärte Präsident Wolodymyr Selenskyj auf Telegram.

Als direkte Reaktion forderte der Staatschef umgehend Vergeltung. Dem SBU-Chef Olexander Poklad erteilte er den Befehl, auf die Attacke „spiegelbildlich“ zu antworten. Nach einem weiteren Gespräch mit dem Geheimdienstleiter teilte Selenskyj mit, dass der geografische Rahmen für den Gegenschlag feststehe. Den Zeitpunkt wolle man so wählen, dass Ergebnisse sichergestellt seien.

📌 Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine Beginn 2014 & Eskalation 2022: Der Konflikt startete bereits 2014 mit der Annexion der Krim; am 24. Februar 2022 folgte der großflächige russische Angriff auf die gesamte Ukraine. Langjähriger Verlauf: Die russische Großinvasion dauert inzwischen seit über vier Jahren an, wobei Russland Teile des Ostens und Südens besetzt hält, seine ursprünglichen Ziele aber nicht komplett erreichen konnte. Schwere humanitäre Krise: Der Krieg forderte bereits hunderttausende Opfer (Militär und Zivilbevölkerung), vertrieb Millionen Menschen und zerstörte weite Teile der ukrainischen Infrastruktur. Globale Auswirkungen: Der Konflikt führte zu einer historischen Erweiterung der NATO, westlichen Wirtschaftssanktionen gegen Russland und wird von massiver digitaler Desinformation begleitet.

Schäden am historischen Erbe

Bei dem Angriff erlitten laut Kiewer Stadtverwaltung mindestens zwölf Menschen Verletzungen. Dach und Außenfassade des Gebäudes nahmen dabei erheblichen Schaden. Auf sozialen Netzwerken kursieren Fotos, die ein Einschlagloch an einem Fenster im zweiten Stock des Seitenflügels zeigen.

In einer Mitteilung bestätigte der SBU die Zerstörungen und kündigte umgehende Reparaturen an. „Und die Russen erhalten eine schmerzhafte Antwort auf ihre Angriffe – noch mehr Geheimoperationen, offengelegte Agentennetze und vernichtete Feinde“, drohte der Geheimdienst.

Auch interessant: Deutschland gegen Putin: Diese Straf-maßnahmen sind noch möglich

Die Auswirkungen des Einschlags trafen auch die weltberühmte Sophienkathedrale. Laut Museumsverwaltung zersplitterten die Fensterscheiben eines historischen Verwaltungsbaus aus dem 18. Jahrhundert. Alle weiteren Bauwerke des Unesco-Weltkulturerbes blieben glücklicherweise unversehrt.

Ruf nach Konsequenzen

Auf der Plattform X stufte Außenminister Andrij Sybiha den Vorfall als «erhebliche Eskalation» ein. Er rief die Unesco umgehend dazu auf, den Schutz des ukrainischen Kulturerbes zu verstärken.

Zudem wies der Chefdiplomat auf das brisante Timing der Attacke während neuer US-vermittelter Friedensbemühungen hin. «Wir fordern unsere internationalen Partner auf, diese Handlungen unmissverständlich zu verurteilen und den Druck auf das Putin-Regime zu erhöhen», betonte Sybiha.

Unbestätigten Berichten zufolge bereiten der US-Sondergesandte Steve Witkoff und Jared Kushner derzeit eine Reise vor. Zunächst sollen direkte Gespräche mit Wladimir Putin in Moskau stattfinden. Danach planen die Unterhändler ein Treffen mit Selenskyj in Kiew.