Holland-Supermarkt im Check – was ist billiger als in Deutschland und was nicht

Viele Deutsche aus der Grenzregion schwören darauf: der Wocheneinkauf in Holland. Videos von Content-Creatorinnen, die ihre Einkaufswagen bis obenhin vollpacken, gehen im Netz regelmäßig viral. Der Tenor ist immer derselbe. Drüben soll alles spottbillig sein.

Ganz so einfach ist die Rechnung aber nicht. Manche Produkte sind in niederländischen Supermärkten tatsächlich deutlich günstiger. Andere kosten dagegen mehr als in jedem deutschen Discounter. Wer genau hinschaut, kann trotzdem sparen.

📌 Der Supermarkt-Check in den Niederlanden Eine Schachtel Markenzigaretten kostet in den Niederlanden rund 12,50 Euro und damit deutlich mehr als in Deutschland. Ein Zwölferpack Eier ist in niederländischen Supermärkten mit 4,30 bis 6 Euro spürbar teurer als hierzulande mit 3,40 bis 4,60 Euro. Die Supermärkte Poiesz und Spar gelten in den Niederlanden als besonders teuer, mit Aufschlägen von bis zu 24 Prozent gegenüber dem Marktdurchschnitt. Beim Vergleich zwischen Albert Heijn und Jumbo liegen beide Ketten dicht beieinander, Jumbo schneidet bei Einzelprodukten aber oft leicht günstiger ab. In den Niederlanden ist Einkaufen am Sonntag ganz normal, während in Deutschland nur vereinzelte Supermärkte an diesem Tag öffnen dürfen.

Bei diesen Lebensmitteln lohnt sich der Blick

Kartoffeln und Äpfel zählen zu den klassischen Schnäppchen im Nachbarland. Ein Kilo Kartoffeln kostet in den Niederlanden im Schnitt rund 1,35 Euro, in Deutschland sind es etwa 1,70 Euro. Bei Äpfeln sieht es ähnlich aus. Sie liegen mit rund 2,47 Euro pro Kilo klar unter dem deutschen Durchschnittspreis von 2,90 Euro.

Genau solche Preise hatten auch Content-Creatorin „ichbinsharon“ und ihren Vater überzeugt. Die beiden fuhren gezielt in einen niederländischen „Nettorama“-Supermarkt, um dort einzukaufen (DER WESTEN berichtete).

Wie günstig war der Supermarkt wirklich?

„Im holländischen Netto soll alles geisteskrank billig sein“, freute sich die junge Frau schon auf dem Parkplatz. Ganz unrecht hatte sie nicht. Vier Kilo Kartoffeln kosteten in dem Laden nur 45 Cent.

Auch bei Konserven und Gläsern lohnte sich der Blick ins Regal. Ein Glas Rotkohl kostete gerade einmal 44 Cent, Erbsen und Möhren gab es für 36 Cent. Selbst Mayonnaise, der perfekte Begleiter zu Pommes, schlug nur mit 38 Cent zu Buche.

Was der Praxistest wirklich ergab

Ganz so eindeutig fiel ein zweiter Test allerdings nicht aus. Unser Redakteur machte sich anschließend selbst auf den Weg und besuchte einen „Albert Heijn“-Supermarkt in Roermond. Wie er danach feststellte, waren die Preise dort kaum niedriger als in Deutschland. Manche Produkte kosteten sogar mehr.

Besonders Fleisch, Butter und Milchprodukte fielen deutlich teurer aus. Beim Kaffee zeigte sich dagegen ein echter Preisvorteil. Ein Kilo der Melitta-Sorte „Selection des Jahres“ kostet im Hersteller-Onlineshop 22,49 Euro, in einem Grenzsupermarkt namens Rothenbach dagegen nur 11,99 Euro.

Wo Schnäppchenjäger jetzt sparen können

Ein Bereich lohnt sich fast immer: rezeptfreie Medikamente. Kopfschmerztabletten mit 500 Milligramm Wirkstoff kosten in einer 50er-Packung häufig nur rund 1,50 Euro. In Deutschland zahlen Kunden für vergleichbare Produkte meist ab 5 Euro aufwärts, wie ebenfalls in dem Test herauskam. Der Grund liegt am freien Verkauf in Supermärkten und Drogerien statt ausschließlich in Apotheken.

Wer den insgesamt günstigsten Supermarkt sucht, landet meist bei der Kette Dirk. Sie bietet ihre Basisprodukte im Schnitt acht Prozent günstiger an als der Marktdurchschnitt. Gleichzeitig sind die Preise für klassische Markenware in niederländischen Supermärkten seit 2020 spürbar gestiegen, weshalb sich der Griff zur Eigenmarke inzwischen umso mehr lohnt.