Action ist bekannt für Wühltische voller Deko und Haushaltswaren zum Kleinstpreis. Seit einigen Jahren mischt der niederländische Discounter aber auch im Elektronikregal mit. Unter dem Namen Re-Load verkauft das Unternehmen Ladegeräte und weiteres Lade-Zubehör. Wir haben uns die Marke genauer angeschaut.
Re-Load deckt inzwischen ein breites Sortiment an Lade-Zubehör ab. Dazu zählen kabelgebundene Wandladegeräte ebenso wie kabellose Ladestationen für Smartphones. Auch USB-Kabel gehören zum Programm, ebenso ein faltbares Solarmodul für unterwegs. Die Produkte wechseln dabei ähnlich häufig wie der Rest des Action-Sortiments.
📌 Fakten zu Action Action wurde 1993 in der niederländischen Kleinstadt Enkhuizen gegründet.Die britische Investmentgesellschaft 3i hält rund 80 Prozent der Unternehmensanteile. Action-Chefin Hajir Hajji begann ihre Laufbahn 1997 als 17-jährige Nebenjobberin in einer Filiale. Rund 44 Prozent des gesamten Action-Sortiments stammen aus Europa, der Rest überwiegend aus Asien. Action beschäftigt Menschen aus 166 verschiedenen Nationen.
Wie viel kosten die Actions Re-Load-Geräte?
Der Preis ist bei Re-Load das schlagende Argument. Ein Wandladegerät mit zwei Anschlüssen und 45 Watt GaN-Technik kostet nur wenige Euro. Ein kabelloses Ladepad mit Bambus-Gehäuse gibt es bereits für unter zehn Euro. Damit unterbietet Action viele Markenhersteller deutlich.
Ob die günstigen Preise auch für Qualität stehen, hat ein Technikredakteur von „Telepolis“ ausprobiert. Er testete ein Re-Load-Ladegerät mit 65 Watt über mehrere Wochen im Alltag. Sein Fazit fiel überraschend positiv aus. Das Gerät hielt seine Werte stabil und überzeugte auch bei intensiver Nutzung.
Technischer Hintergrund
Möglich macht die kompakte Bauweise eine Technologie namens Galliumnitrid, kurz GaN. Der Halbleiter ersetzt klassische Silizium-Transistoren und macht Netzteile deutlich kleiner. Eine kleine Ladeeinheit liefert dadurch heute so viel Leistung wie früher ein sperriges Laptop-Netzteil. Auch Re-Load setzt bei seinen leistungsstärkeren Modellen auf diese Technik.
Bei Messungen lieferte das getestete 65-Watt-Gerät stabile 64 Watt über den USB-C-Anschluss. Der USB-A-Port hielt sich mit rund 17 Watt ebenfalls an die Herstellerangaben. Selbst bei gleichzeitiger Nutzung beider Anschlüsse blieb die Leistung im erwarteten Rahmen. Nur unter extremer Last an einem überlasteten Verlängerungskabel wurde das Gerät einmal spürbar warm.
Wie sicher ist die Technik?
Sicherheit ist bei Billig-Elektronik naturgemäß ein sensibles Thema. Der SWR prüfte im Rahmen von „Marktcheck“ mehrere Elektrogeräte einer anderen Action-Eigenmarke namens Home Essentials. Laut einem Bericht von dieser Redaktion fanden die Experten keine gravierenden Mängel. Alle getesteten Artikel trugen zudem ein GS-Siegel für geprüfte Sicherheit.
Action bestätigt, dass dieses Siegel für sämtliche 230-Volt-Eigenmarkenartikel zur Mindestanforderung gehört. Laut eigenen Angaben durchlaufen alle Produkte zudem akkreditierte Prüflabore, bevor sie ins Regal kommen. Das Unternehmen wirbt außerdem mit strengen Vereinbarungen für seine Lieferanten in Europa und Asien, wie „Action“ selbst schreibt. Ob Re-Load-Ladegeräte im Detail denselben Prüfprozess durchlaufen, kommuniziert der Discounter nicht gesondert.
Elektro-Konkurrenz im Action-Regal
Re-Load ist längst nicht die einzige Elektronik-Marke im Action-Regal. Auch Markenkooperationen mit Herstellern wie Sitecom tauchen regelmäßig im wöchentlichen Angebot auf. Ein TÜV-geprüftes 65-Watt-Ladegerät von Sitecom sorgte laut „mydealz“ zuletzt für positive Community-Resonanz. Kritisiert wurde dort lediglich ein hörbares Spulenfiepen bei voller Ladeleistung.
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Das zeigt: Action experimentiert in der Elektro-Sparte mit verschiedenen Marken parallel. Re-Load bleibt dabei die hauseigene Antwort auf den wachsenden Bedarf an Lade-Zubehör. Für Kundinnen und Kunden bedeutet das ein ständig wechselndes, aber preislich attraktives Angebot. Wer ein bestimmtes Modell mag, sollte beim nächsten Filialbesuch schnell zugreifen.
Lohnt sich der Kauf?
Für den gelegentlichen Gebrauch scheinen die Re-Load-Produkte eine solide Wahl zu sein. Der Praxistest zeigte stabile Ladewerte und eine ordentliche Verarbeitung zum Kleinpreis. Wer dauerhaft hohe Lasten fährt oder empfindlich auf Nebengeräusche reagiert, sollte dennoch genau hinschauen. Ein Blick auf CE- und GS-Kennzeichnung schadet vor dem Kauf ohnehin nie.
Am Ende bleibt Re-Load ein Beispiel dafür, wie Discounter mit Eigenmarken Kosten senken. Für Action zahlt sich das Konzept aus, wie die stark wachsenden Umsatzzahlen der vergangenen Jahre zeigen. Für die Kundschaft bedeutet das vor allem eines: günstige Technik ganz ohne großen Markennamen. Ob das auf Dauer überzeugt, muss jedes Produkt für sich beweisen.
