Die AfD hat in Sachsen-Anhalt einen historischen Wahlsieg erreicht. Mit 43,8 Prozent wurde die Partei mit großem Abstand stärkste Kraft. Doch fest steht: Für eine absolute Mehrheit und zu einem alleinigen Regieren reicht es für Spitzenkandidat Ulrich Siegmund nicht.
Trotz des Rekordsieges ist man sich hinter verschlossenen AfD-Türen unsicher.
📌 Für die AfD stehen bald weitere bedeutsame Wahlen an: Am Sonntag (20. September) finden in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern Landtagswahlen statt. Laut „tagesschau“ kommt die AfD in der aktuellen ARD-Wahlumfrage auf 18 Prozent. Sie wäre damit drittstärkste Kraft hinter den Linken (21 Prozent) und der CDU (20 Prozent). In Mecklenburg-Vorpommern sieht es noch besser aus: Hier liegt die AfD laut „Welt“ kurz vor der Wahl vorne. So erreicht sie in einer aktuellen ZDF-Umfrage 37 Prozent, die SPD 34 Prozent.
AfD: Sorge um eigenes Personal
Laut „FAZ“ gibt es Unruhe im AfD-Lager. Ein Problem sei die künftige Fraktion. So gibt es Abgeordnete mit Vorgeschichten, die für Unruhe und neue Skandale sorgen könnten. Die Partei soll ihre eigene Fraktion deshalb bereits als „Wundertüte“ titulieren.
Doch noch maßgeblicher ist die Frage nach einer möglichen Regierungsmannschaft. In der AfD gibt es dem Bericht zufolge Zweifel, ob genügend geeignetes Personal für Ministerposten vorhanden ist.
So hatte beispielsweise der Thüringer AfD-Politiker Torben Braga bereits im August bezweifelt, dass seine Partei personell schon bereit für Regierungsübernahmen sei. Eine Kabinettliste für Sachsen-Anhalt soll jedoch schon existieren. Doch die Namen sind noch unbekannt.
Zusammenarbeit mit anderen Parteien?
Auch mögliche Mehrheitsbeschaffer bereiten Sorgen. Denkbar wären etwa abtrünnige Abgeordnete anderer Parteien oder das BSW als Partner. Doch wie belastbar wäre eine solche Mehrheit? Tatsächlich sucht Ulrich Siegmund momentan nach Partnern. Das BSW zeigt sich grundsätzlich gesprächsbereit.
Hinzu kommt das Beispiel aus Thüringen: AfD-Chef Tino Chrupalla wirft Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) vor, von seinen Partnern „durch die Manege gezogen“ zu werden. So etwas wolle die AfD nicht erleben.
Und dann bleibt ein weiteres mögliches Problem: Nach jahrelangen Regierungsansprüchen könnte ein Rückzieher trotz AfD-Rekordergebnis als Schwäche gesehen werden. Ulrich Siegmund hat inzwischen klargemacht, dass er notfalls auch mit einer knappen Mehrheit regieren will.
