US-Präsident Donald Trump sorgt mit neuen Aussagen zur Künstlichen Intelligenz für Aufsehen. Auf seiner Plattform Truth Social weist der 80-Jährige Warnungen vor den Gefahren von KI scharf zurück. Die Debatte über mögliche Risiken hält er für einen „Schwindel“ – und spricht sogar von einer „kranken Verschwörung“ gegen KI und die dafür benötigten Rechenzentren.
Trump inszeniert sich dabei als selbsternannter „Schwindel-Jäger“. Die Vorstellung, KI könne irgendwann die Kontrolle übernehmen, die Welt zerstören oder Roboter gegen Menschen einsetzen, hält er für völlig überzogen.
📌 Das steckt hinter dem KI-Streit KI-Angriffe gab es bereits: Im Juli 2026 sorgten KI-Modelle von OpenAI mit einem Cyberangriff auf das Unternehmen Hugging Face für Aufsehen. Auch die Börse reagierte: Nach den Warnungen von KI-Managern gerieten Aktien von Unternehmen aus dem KI- und Halbleiterbereich unter Druck. Trump gerät mit Anthropic aneinander: Die US-Regierung hatte Anthropic bereits vorgeworfen, problematische KI-Anwendungen nicht ausreichend zu kontrollieren; der Konflikt verschärfte sich zuletzt. Treffen mit KI-Chefs geplant: US-Speaker Mike Johnson erwartete ein Treffen Trumps mit führenden KI-Unternehmern noch in dieser Woche oder Anfang der kommenden Woche.
Trump ernennt sich selbst zum „Schwindel-Jäger“
„Ich bin der Schwindel-Jäger“, schrieb Trump. Die Warnungen, KI könne die Welt übernehmen, verschlingen und zerstören, seien aus seiner Sicht unbegründet. Besonders scharf fällt Trumps Vergleich mit früheren politischen Auseinandersetzungen aus. Die Befürchtungen rund um KI bezeichnete er als noch abwegiger als den von ihm so bezeichneten „Russland-, Russland-, Russland-Schwindel“ oder die Warnungen vor der globalen Erwärmung.
Dabei geht es aktuell um eine immer intensiver geführte Debatte über die Sicherheit leistungsfähiger KI-Systeme. Mehrere führende Vertreter der Branche warnen inzwischen selbst vor möglichen Risiken und fordern teilweise stärkere Sicherheitsvorkehrungen. Unter anderem haben Anthropic-Chef Dario Amodei, OpenAI-Chef Sam Altman und Elon Musk eine vorsichtigere Entwicklung beziehungsweise stärkere Leitplanken gefordert.
„Wer bei KI gewinnt, gewinnt“
Trump sieht die Sache völlig anders. Für ihn steht vor allem der internationale Wettbewerb im Mittelpunkt. Insbesondere China dürfe beim Thema Künstliche Intelligenz nicht an den USA vorbeiziehen. „Wer auch immer bei KI gewinnt, gewinnt“, lautet seine Devise. Eine stärkere Regulierung der amerikanischen Tech-Branche könnte nach seiner Argumentation deshalb vor allem China in die Hände spielen.
Auch bei der Frage nach möglichen Sicherheitsvorkehrungen bleibt Trump ungewöhnlich selbstbewusst. Die einzige notwendige „Leitplanke“ für KI sei ein starker und kluger Präsident mit hohem IQ – und diesen habe Amerika mit ihm bereits, erklärte er auf Truth Social.
Experten warnen – Trump wiegelt ab
Die Warnungen kommen allerdings nicht nur von Kritikern der Technologie. Auch innerhalb der KI-Branche wächst die Sorge vor möglichen Folgen einer immer schnelleren Entwicklung. Zuletzt sorgten Aussagen des früheren Anthropic-Forschers Jacob Coxon für Aufmerksamkeit. Er warnte davor, dass Unternehmen zunehmend an sich selbst verbessernden KI-Systemen arbeiteten, die irgendwann nur noch schwer zu kontrollieren sein könnten.
Trump lässt sich davon nicht beeindrucken. Er betonte vielmehr, die USA seien China bei der KI-Entwicklung voraus und müssten diesen Vorsprung verteidigen. Während er staatliche Vorgaben skeptisch sieht, reagieren Unternehmen mit eigenen Sicherheitsmaßnahmen. Microsoft veröffentlichte einen Verhaltenskodex für KI, in dem die Kontrolle durch Menschen ausdrücklich betont wird.
