AfD-Chefin Alice Weidel hat mit Äußerungen zur Ukraine für heftige Diskussionen gesorgt. In einem Interview mit dem Sender AUF1 sprach sie sich dafür aus, die Unterstützung für das angegriffene Land zu beenden und ukrainische Männer im wehrpflichtigen Alter zur Rückkehr zu bewegen. Die Aussagen verbreiten sich in sozialen Netzwerken und sorgen auch international für Aufmerksamkeit.
Im Mittelpunkt steht eine Passage, in der Weidel auf in Deutschland lebende Ukrainer eingeht. „Auch diese Ukrainer müssen zurückkehren, vor allem die wehrpflichtigen, jungen ukrainischen Männer im wehrpflichtigen Alter“, sagte die AfD-Vorsitzende. Nach ihren Angaben leben davon „im sechsstelligen Bereich“ Menschen in Deutschland, die „doch gerne bitte wieder zurückgehen“ sollten.
📌 Alice Weidel Geboren: Alice Weidel wurde am 6. Februar 1979 in Gütersloh geboren. Sie ist 47 Jahre alt. Im Bundestag: Seit 2017 gehört Weidel dem Deutschen Bundestag an. Sie wurde über die Landesliste Baden-Württemberg gewählt. Fraktionsvorsitzende: Weidel ist gemeinsam mit Tino Chrupalla Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion. Kanzlerkandidatin: Bei der Bundestagswahl 2025 trat Weidel als Kanzlerkandidatin der AfD an. Sie war damit die erste Kanzlerkandidatin der AfD.
Weidel spricht von Rückforderungen
Die Parteichefin beschränkte sich dabei nicht auf die Forderung nach einer Rückkehr der Betroffenen. Zugleich kündigte sie einen grundlegenden Kurswechsel in der deutschen Ukraine-Politik an. „Wir werden auch die Zahlungen an die Ukraine und sämtliche Kriegsunterstützung einstellen“, sagte Weidel im Interview.
Besonders weitreichend fiel eine weitere Ankündigung aus. Die AfD-Chefin erklärte: „Wir werden auch erhebliche Rückforderungen stellen an die Ukraine.“ Wie solche Rückforderungen konkret aussehen könnten oder auf welcher rechtlichen Grundlage sie erfolgen sollten, führte sie in dem Gespräch jedoch nicht näher aus.
Konkret zur Ausgestaltung solcher Rückforderungen wird Weidel nicht
Mit ihren Aussagen knüpft Weidel an den seit Langem vertretenen Kurs ihrer Partei an. Die AfD fordert seit Jahren ein Ende der militärischen Unterstützung für die Ukraine und plädiert für eine andere Russland- und Außenpolitik. Die Forderung nach der Rückkehr wehrpflichtiger Ukrainer dürfte die Debatte allerdings erneut verschärfen.
Ausschnitte aus dem Gespräch wurden anschließend von mehreren reichweitenstarken Accounts wie dem englischsprachigen „Clash Report“ sowie vom pro-ukrainische belarussische Exilmedium NEXTA aufgegriffen, wie Auf1 berichtet. Dadurch erreichten die Aussagen Weidels auch außerhalb Deutschlands ein großes Publikum.
Interview wird auch international verbreitet
Die Aussagen dürften unterschiedlich bewertet werden. Kritiker könnten darin die Forderung erkennen, ukrainische Männer im wehrpflichtigen Alter in ein Land zurückzuschicken, das sich weiterhin im Krieg befindet. Unterstützer der AfD dürften hingegen darauf verweisen, dass die Partei seit Langem eine restriktivere Migrationspolitik sowie ein Ende der deutschen Unterstützung für die Ukraine fordert.
Fest steht: Mit dem Interview hat Alice Weidel erneut eine Debatte angestoßen, die weit über die Parteigrenzen hinausreicht. Während die Bundesregierung an ihrer Unterstützung für die Ukraine festhält, fordert die AfD einen radikalen Kurswechsel. Vor allem Weidels Satz, wehrpflichtige ukrainische Männer müssten „zurückkehren“, dürfte die politische Diskussion noch länger beschäftigen.
