Rewe zählt zu den größten Handelskonzernen Deutschlands. Millionen Kunden kaufen dort täglich ein, online wie in der Filiale. Genau diese Einkäufe rücken jetzt stärker in den Fokus.
Der Handelsriese Rewe baut sein Geschäft mit Werbedaten aus. Ein US-Unternehmen spielt dabei eine zentrale Rolle. Was genau sich ändert, zeigt sich bei einem Blick auf die neue Partnerschaft.
📌 Rewe: Ein Imperium mit jahrzehntelanger Tradition Rewe wurde 1927 als Zusammenschluss selbstständiger Kaufleute gegründet. Die REWE Group hat ihren Hauptsitz in Köln. Viele Rewe-Märkte werden von selbstständigen Kaufleuten geführt.
Rewe erweitert Zusammenarbeit mit US-Konzern
Rewe und der Werbetechnologie-Anbieter The Trade Desk weiten ihre Zusammenarbeit im Bereich Retail Media aus. Werbetreibende können künftig auch Kaufdaten aus dem stationären Handel von Rewe nutzen. Bisher standen nur Daten aus dem Rewe-Onlineshop zur Verfügung. Das teilten beide Unternehmen mit.
Grundlage sind Daten aus dem Vorteilsprogramm Rewe Bonus. Die daraus entstehenden Zielgruppensegmente verbinden Online- und Offline-Kaufsignale. Sie sollen Werbetreibenden mehr Reichweite und eine genauere Ansprache ermöglichen. Die Segmente lassen sich zudem kanalübergreifend einsetzen, bis hin zu Connected TV.
The Trade Desk sieht großes Potenzial
Tamer Batan, Vizepräsident für Deutschland, Österreich und die Schweiz bei The Trade Desk, ordnet den Schritt ein. „Kaufverhalten zählt zu den aussagekräftigsten Signalen, um den richtigen Nutzer zur richtigen Zeit anzusprechen“, sagte er laut „Lebensmittel Praxis“. Die erweiterte Partnerschaft ermögliche es, Zielgruppen auf Basis tatsächlicher Käufe im Onlineshop und im stationären Handel zu bilden.
The Trade Desk ist an der US-Technologiebörse Nasdaq notiert. Der Hauptsitz liegt im kalifornischen Ventura. Das Unternehmen betreibt eine cloudbasierte Plattform, über die Marken und Agenturen digitale Werbung einkaufen können.
Rewe setzt auf beide Vertriebswege
Auch bei Rewe selbst äußert man sich zu dem Schritt. Magdalene Rynkiewicz ist bei der Rewe Group zuständig für Projekte und Geschäftsentwicklung im Bereich Retail Media Connect.
„Unser Ziel ist es, die Stärken des Online- und stationären Handels für Werbetreibende bestmöglich zu erschließen“, erklärte sie. Gemeinsam mit Partnern wolle man Marken eine wirkungsvollere kanalübergreifende Ansprache ihrer Zielgruppen ermöglichen.
Retail Media gewinnt im Lebensmittelhandel zunehmend an Bedeutung. Handelsunternehmen vermarkten dabei Werbeflächen und Kundendaten. Für Rewe entsteht so eine zusätzliche Erlösquelle neben dem klassischen Handelsgeschäft.
