Millionen Menschen kaufen jede Woche bei Edeka ein. Viele greifen dabei ganz automatisch zu den günstigen Eigenmarken im Regal. Kaum jemand weiß allerdings, wer diese Produkte tatsächlich herstellt. Genau das schauen wir uns in diesem Artikel genauer an.
Edeka bietet mittlerweile rund 7.000 Eigenmarkenartikel im Food- und Nonfood-Bereich an. Das Sortiment reicht von der günstigen Basis bis zur teuren Premiumlinie. Ganz unten steht „Gut & Günstig“, ganz oben warten exklusive Marken wie „Genussmomente“. Dazwischen liegen zahlreiche weitere Linien für jeden Geschmack.
📌 Das wusstest du noch nicht über Edekas Eigenmarken Wer auswärts isst, kommt trotzdem oft mit Edeka in Berührung: Der Großhändler Handelshof beliefert Hotels und Restaurants mit denselben Eigenmarken. Das Mineralwasser von Gut & Günstig kommt teils aus regionalen Quellen wie der Teuto-Quelle in Bielefeld. Netto, die Edeka-Tochter, deckt mit Eigenmarken wie BioBio und VivaVital rund die Hälfte des gesamten Sortiments ab.
Wie funktioniert die Eigenmarken-Pyramide?
Edeka selbst spricht von einer Eigenmarken-Pyramide mit klaren Stufen. Das Basissortiment soll mindestens die Qualität der jeweiligen Marktführer-Marke erreichen. Trotzdem kostet es deutlich weniger als das Original. Genau in dieser Basis-Stufe ist „Gut & Günstig“ zu Hause.
Darüber folgt ein Differenzierungs-Sortiment mit zusätzlichem Nutzen für Kundinnen und Kunden. Ganz oben in der Pyramide finden sich schließlich exklusive Spezialitäten. Dort ordnen sich Marken wie Edeka Selection oder Genussmomente ein.
Welche Hersteller stecken hinter Gut & Günstig?
Der Griff zur Eigenmarke lohnt sich vor allem bei Milchprodukten. Die Vollmilch von Gut & Günstig stammt vom Hersteller Oldenburger. Der Kartoffelsalat kommt von Homann, die Buttermilch trägt eigentlich die Rezeptur von Müller. Auch Zott und Hansano liefern für Edeka zu, wie die DER WESTEN-Redaktion in der Vergangenheit berichtete.
Bei anderen Warengruppen zeigt sich ein ähnliches Muster. Nudeln und Teigwaren produziert die italienische Pastamanufaktur Pasta Rey, die inzwischen zum Edeka-Konzern gehört. Salzige Snacks liefert häufig die Intersnack-Gruppe, bekannt durch Chio und funny-frisch. Gebäck stammt oft von Griesson-de Beukelaer oder Bahlsen, berichtet „Giga“.
Woher kommen Fleisch, Fisch und Tierfutter?
Nicht überall lässt sich der Hersteller auf den ersten Blick erkennen. Fleisch und Fisch produziert oft die Edeka-eigene Tochter Bauerngut. Bei Tierfutter tauchen Namen wie Deurer und Saturn Petcare auf. Wer genau hinschauen will, findet auf der Verpackung ein sogenanntes Identitätskennzeichen. Über diesen Code lässt sich meist der tatsächliche Abfüller ermitteln.
Auch preislich hat Edeka einiges zu bieten. Der Konzern wirbt für Gut & Günstig sogar mit einer eigenen Preisgarantie. Man übernehme den Preisvergleich vor Ort, damit Kundinnen und Kunden automatisch von den günstigsten Preisen profitieren.
Der niedrige Preis hat also einen simplen Hintergrund, wie ein Qualitätscheck der DER WESTEN-Redaktion zeigt. Viele Produkte stammen von genau den Herstellern, die auch bekannte Markenware fertigen. Nur das teure Etikett und die Werbekosten fallen weg.
Bestätigen Tests die gute Qualität?
Unabhängige Prüfinstitute bestätigen dieses Bild regelmäßig. Die Stiftung Warentest verglich in einer Meta-Analyse über 1.400 Lebensmittel, Marken- wie Handelsware. Beide Gruppen erhielten im Schnitt eine ähnliche Note, die Eigenmarken fielen dabei deutlich günstiger aus. Auch Öko-Test lobte kürzlich das Rapsöl von Gut & Günstig als eines der besten Produkte im gesamten Testfeld.
Bei einfachen Grundnahrungsmitteln lohnt sich der Griff zur Eigenmarke also fast immer. Bei aufwendiger Feinkost oder besonderen Käsesorten macht sich der Preisunterschied zur Marke dagegen öfter bemerkbar.
Wer beim Edeka-Einkauf genau hinschaut, erkennt schnell, wann sich Gut & Günstig wirklich lohnt. Am Ende bleibt die Eigenmarke also mehr als ein reines Marketing-Etikett.
