Kosmetik bei Action: Das steckt hinter den rätselhaften Symbolen auf der Verpackung

Duschgel für 90 Cent, Shampoo für weniger als einen Euro – wer bei Action vor dem Kosmetikregal steht, dürfte sich bei manchen Preisen durchaus fragen, wie das eigentlich möglich ist. Und vielleicht auch, ob ein Shampoo für unter einen Euro genauso sicher sein kann wie eines, das fünf oder zehn Euro kostet.

Der Preis allein verrät darüber allerdings erstaunlich wenig. Viel interessanter ist die Rückseite der Verpackung. Zwischen Inhaltsstoffen und Kleingedrucktem verstecken sich dort einige Zeichen, die wahrscheinlich jeder schon einmal gesehen hat. Was sie bedeuten, wissen längst nicht alle.

Dabei lässt sich daran einiges ablesen. Wie lange kann ich das Duschgel nach dem Öffnen benutzen? Was steckt tatsächlich drin? Und worauf sollten Menschen mit empfindlicher Haut achten? Wir erklären es euch.

📌Qualitätsmerkmale bei Kosmetik Die wichtigsten Qualitätsmerkmale bei Kosmetik basieren auf gesetzlichen Vorgaben, der Zusammensetzung der Inhaltsstoffe und unabhängigen Zertifizierungen. Echte Qualität bemisst sich nicht am Preis, sondern an der gesundheitlichen Verträglichkeit, mikrobiologischen Reinheit und transparenten Deklaration.

Auch für günstige Action-Kosmetik gelten klare Regeln

Ob Shampoo vom Discounter oder teures Markenprodukt, für Kosmetik gelten innerhalb der EU grundsätzlich dieselben gesetzlichen Vorgaben. Auf der Verpackung müssen unter anderem die Füllmenge, die Inhaltsstoffe und die verantwortliche Person angegeben sein. Hinzu kommt eine Chargennummer oder eine entsprechende Kennzeichnung. Dadurch lässt sich beispielsweise nachvollziehen, aus welcher Produktion ein bestimmtes Duschgel stammt.

Der günstige Preis bei Action ändert daran nichts. Die Verbraucherzentrale erklärt außerdem, dass die vorgeschriebenen Informationen deutlich sichtbar, gut lesbar und dauerhaft angebracht sein müssen.

Wie klein das Kleingedruckte sein darf, beschäftigte sogar schon die Justiz. Das Landgericht Frankfurt entschied in einem Verfahren, dass Pflichtangaben ohne besondere Anstrengung lesbar sein müssen. Als Orientierung spielte dabei laut „IT-Recht Kanzlei“ eine Schrifthöhe von rund 1,2 Millimetern eine Rolle.

Was wirklich im Shampoo steckt

Große Aloe-Vera-Blätter, Kokosnüsse oder irgendwelche Öle sehen auf der Vorderseite natürlich gut aus. Wie viel davon tatsächlich im Produkt steckt, erfährt man dort aber nicht. Dafür lohnt sich der Blick auf die Liste unter „Ingredients“. Die sogenannte INCI-Liste führt die Inhaltsstoffe grundsätzlich nach ihrem Gewichtsanteil zum Zeitpunkt der Herstellung auf. Was weit vorne auftaucht, ist entsprechend stärker vertreten. Bei Bestandteilen mit höchstens einem Prozent Anteil darf die Reihenfolge allerdings abweichen.

Wer also wissen möchte, ob der prominent beworbene Inhaltsstoff tatsächlich eine größere Rolle spielt, sollte eher die Rückseite als das hübsche Bild auf der Vorderseite studieren.

Diesen kleinen Tiegel hat fast jeder schon einmal gesehen

Auf vielen Shampoos und Duschgels findet sich ein Symbol, das wie ein geöffneter Cremetiegel aussieht. Darin oder daneben stehen Angaben wie 6M, 12M oder 24M. Das M steht für Monate. Bei „12M“ sollte das Produkt nach dem ersten Öffnen entsprechend innerhalb von zwölf Monaten verwendet werden.

Das sogenannte PAO-Symbol kommt bei Kosmetik zum Einsatz, die ungeöffnet länger als 30 Monate haltbar ist. Bei kürzer haltbaren Produkten wird stattdessen ein Mindesthaltbarkeitsdatum angegeben. Gerade bei den fünf halb vollen Duschgels, die seit Ewigkeiten in der Dusche stehen, könnte sich ein Blick darauf also durchaus lohnen.

Bei empfindlicher Haut lohnt sich ein zweiter Blick

Mehr Aufmerksamkeit verdient die Inhaltsstoffliste vor allem bei Allergien oder empfindlicher Haut. Duftstoffe können dort beispielsweise als „Parfum“ oder „Aroma“ auftauchen. Bestimmte allergene Duftstoffe müssen unter festgelegten Voraussetzungen zusätzlich einzeln genannt werden.

Wer bereits weiß, dass die eigene Haut auf bestimmte Stoffe reagiert, sollte sich deshalb nicht allein auf die Vorderseite verlassen. Auch „haut.de“ empfiehlt Allergikern, vor dem Kauf einen Blick auf die Inhaltsstoffe zu werfen.

Selbst beim Lieblingsshampoo kann das hin und wieder sinnvoll sein. Hersteller können Rezepturen verändern. Ein Produkt, das seit Jahren im Badezimmer steht, muss heute also nicht zwingend noch exakt genauso zusammengesetzt sein wie früher.

Was sagt der niedrige Action-Preis über die Sicherheit aus?

Erst einmal ziemlich wenig. Von einem Shampoo für 99 Cent lässt sich allein aufgrund seines Preises weder auf schlechte Qualität noch auf eine schlechtere Sicherheit schließen. Auch Action-Kosmetik muss die gesetzlichen Anforderungen erfüllen, wenn sie in der EU verkauft wird.

Wer beim nächsten Einkauf genauer hinschauen möchte, muss deshalb auch nicht jede kryptische Bezeichnung auf der Rückseite auswendig lernen. Haltbarkeitssymbol, Inhaltsstoffliste und mögliche Allergene sind schon ein guter Anfang.

Reagiert die Haut nach der Benutzung trotzdem mit Juckreiz, Rötungen oder anderen Beschwerden, sollte das Produkt nicht weiter verwendet werden. Verpackung und Chargennummer hebt man in einem solchen Fall besser erst einmal auf.