Der dänische Militärgeheimdienst warnt vor einer wachsenden Gefahr durch Russland. In den kommenden Monaten könnte Moskau nach Einschätzung der Experten einen begrenzten militärischen Angriff auf einen NATO-Staat starten. Gleichzeitig dürfte Russland seinen hybriden Krieg gegen westliche Staaten weiter verschärfen.
Die Warnung kommt in einer Zeit zunehmender Spannungen zwischen Russland und den NATO-Staaten. Besonders der Ostseeraum steht dabei im Fokus. Der Geheimdienst sieht ein „geringes, aber wachsendes Risiko“ für einen begrenzten Angriff. Einen groß angelegten Krieg oder eine Invasion hält er dagegen weiterhin für sehr unwahrscheinlich.
📌 Dänemarks Theorien Langstreckenangriffe: Russland könnte einzelne Einrichtungen in NATO-Staaten mit weitreichenden Waffen angreifen, insbesondere Infrastruktur, die für die Unterstützung der Ukraine wichtig ist. „False Flag“-Angriff: Russland könnte Drohnen ukrainischer Bauart einsetzen, um einen NATO-Staat anzugreifen und anschließend die Ukraine für den Angriff verantwortlich zu machen. Begrenzter Bodeneinsatz: Eine kleine Zahl russischer Soldaten könnte ohne Hoheitsabzeichen in einen NATO-Staat eindringen. Dafür müsste Russland allerdings zuvor Truppen an der Grenze zusammenziehen. Großangelegte Invasion: Einen umfassenden Einmarsch hält der dänische Geheimdienst weiterhin für unwahrscheinlich. Eine solche Operation würde nach Einschätzung der Experten mindestens sechs Monate Vorbereitung benötigen. Hybride Angriffe: Zusätzlich erwartet Dänemark eine Verschärfung von Cyberangriffen, Sabotage und Desinformation gegen NATO-Staaten.
Mögliche Szenarien
Das Ganze basiert auf der Einschätzung des dänischen Geheimdienstes. Als mögliches Szenario nennen die Experten einzelne Angriffe mit Langstreckenwaffen auf Einrichtungen, die für die Unterstützung der Ukraine wichtig sind. Auch eine sogenannte False-Flag-Aktion sei denkbar. Dabei könnten beispielsweise Drohnen ukrainischer Herkunft eingesetzt werden, um die tatsächliche Herkunft eines Angriffs zu verschleiern.
Ein weiteres Szenario wäre der begrenzte Einsatz russischer Soldaten ohne Hoheitsabzeichen in einem NATO-Staat an der russischen Grenze. Ein größerer Einmarsch würde dagegen eine monatelange Vorbereitung erfordern und wäre nach Einschätzung der Dänen kaum geheim zu halten. Eine vollständige Invasion gilt deshalb als sehr unwahrscheinlich.
Russland könnte größere Risiken eingehen
Als mögliches Ziel eines begrenzten Angriffs sehen die dänischen Experten, europäische Staaten von der Unterstützung der Ukraine abzubringen und gleichzeitig Uneinigkeit innerhalb der NATO zu erzeugen. Russland könnte demnach darauf setzen, dass das Bündnis im Falle eines Angriffs nicht geschlossen reagiert.
Gleichzeitig warnt der Geheimdienst vor einer Verschärfung des hybriden Krieges. Dazu gehören Cyberangriffe, Sabotage und Desinformation. Künftig könnten solche Attacken größere Auswirkungen haben und wichtige gesellschaftliche Bereiche lahmlegen. Die Warnung bedeutet jedoch nicht, dass ein russischer Angriff unmittelbar bevorsteht.
