Ausländische Jugendliche werden deutlich häufiger als Tatverdächtige erfasst als deutsche. Doch woran liegt das?
Zwei Kriminologinnen haben sich die Zahlen genauer angesehen. Dabei wird deutlich: Hinter der Statistik steckt mehr als nur die Herkunft.
📌 So lässt sich Jugendkriminalität reduzieren: Sozialarbeit an Schulen und gezielte Förderangebote. Bessere Bildungschancen, Sprachförderung sowie der Zugang zu Ausbildung. Präventionsprogramme und psychologische Unterstützung können Jugendlichen helfen, Gewalterlebnisse zu verarbeiten und Konflikte ohne die Anwendung von Gewalt zu lösen.
Klare Tendenz: Ausländische Jugendliche deutlich häufiger tatverdächtig
Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025 werden nichtdeutsche männliche Jugendliche gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil rund 3,5-mal so häufig als Tatverdächtige registriert wie deutsche Gleichaltrige.
Die Kriminologinnen Susann Prätor und Yvonne Krieg erklären beim „Mediendienst Integration“, welche Faktoren dabei eine Rolle spielen. Ein Grund ist die Bevölkerungsstruktur. So fallen junge Männer häufiger durch Straftaten auf. Auch Unterschiede beim Anzeigeverhalten beeinflussen die Zahlen.
So werden ausländische Tatverdächtige bei Gewaltdelikten laut der Auswertung etwa doppelt so häufig angezeigt wie deutsche. Hinzu kommt die soziale Lage. Während 6,8 Prozent der Minderjährigen ohne Migrationshintergrund armutsgefährdet sind, sind es bei Minderjährigen mit Migrationshintergrund 23,3 Prozent.
Auch Gewalterlebnisse spielen eine Rolle
Ein weiterer Faktor ist das persönliche Umfeld. Manche Jugendliche erleben selbst Gewalt in der Familie oder Diskriminierung. Die Forscherinnen untersuchten ebenfalls die Einstellung zu Gewalt. Gewaltbefürwortende Aussagen stimmten laut „ntv“ 9,6 Prozent der nichtdeutschen und 5,2 Prozent der deutschen männlichen Jugendlichen zu.
Schlussendlich bedeutet das auch: Die große Menge der Jugendlichen in beiden Gruppen lehnt solche Aussagen ab. Außerdem gilt: Vorsicht,Vorurteile! So erklärt die Herkunft allein nicht die Unterschiede in der Kriminalitätsstatistik.
Eine weitere erschreckende Statistik. In Deutschland sterben immer mehr Menschen an den Folgen des Drogenkonsums.
