Sparkasse steigt in Krypto-Handel ein – und rät Kunden gleichzeitig dringend davon ab

Ab diesem Montag (19. Oktober) betreten die Sparkassen Neuland und steigen in das Geschäft mit digitalen Währungen ein. Über die bekannte Smartphone-Anwendung der Bank können erste Nutzer nun Anlagen wie Bitcoin oder Ethereum handeln. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) bestätigte den Startschuss. Zunächst schalten nur wenige Filialen die Funktion frei.

Monatlich sollen laut Verband jedoch 30 bis 40 weitere Häuser folgen. Neben den bekannten Marktführern umfasst das Portfolio auch Werte wie Ripple, Solana und Polygon. Eine aktive Bewerbung oder gar eine Beratung planen die Institute allerdings nicht. Das Angebot richtet sich an Nutzer, die ihre digitalen Münzen komplett eigenständig verwalten möchten.

📌 5 Fakten über Krypto-Währung Dezentral: Kryptowährungen werden nicht von einer Zentralbank oder Regierung ausgegeben. Sie basieren auf einem Netzwerk von Computern, das Transaktionen gemeinsam prüft und speichert. Blockchain: Die meisten Kryptowährungen nutzen eine Blockchain. Das ist ein öffentliches, fälschungssicheres Register, in dem alle Transaktionen in miteinander verketteten Blöcken gespeichert werden. Bitcoin als Pionier: Bitcoin wurde 2008 von einer Person oder Gruppe unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto vorgestellt und startete 2009. Es ist bis heute die bekannteste und wertvollste Kryptowährung. Die Menge ist auf 21 Millionen Coins begrenzt. Starke Kursschwankungen: Die Preise können innerhalb kurzer Zeit stark steigen oder fallen. Deshalb gelten Kryptowährungen als riskante Anlage, und man kann das eingesetzte Geld komplett verlieren. Tausende Varianten: Neben Bitcoin gibt es tausende weitere Kryptowährungen, zum Beispiel Ethereum, das auch Smart Contracts (automatisch ausgeführte Verträge) ermöglicht. In der EU regelt die MiCA-Verordnung inzwischen den Markt für Krypto-Dienstleister.

Institute bestimmen ihren Starttermin selbst

Einen festen Stichtag für das gesamte Bundesgebiet gibt es bei dem Projekt nicht. Die technische Umsetzung im Hintergrund übernimmt der Wertpapieranbieter Dekabank. Joachim Schmalzl, das geschäftsführende Vorstandsmitglied des DSGV, erklärt dazu: „Wann eine Sparkasse startet, entscheidet sie selbst.“

Offenbar stoßen die Pläne intern auf große Resonanz. „Das Interesse in der Gruppe ist groß, und Woche für Woche werden weitere Institute hinzukommen“, betont Schmalzl. Bis zum ersten Halbjahr 2027 möchte der Verband einen Großteil der interessierten Häuser angebunden haben.

Konkurrenzkampf um junge Kunden

Besonders bei der jüngeren Generation erfreuen sich digitale Währungen enormer Beliebtheit. Smartphone-Banken wie N26 oder Trade Republic machen den traditionellen Geldhäusern hier schon länger Konkurrenz. Kürzlich zogen zudem die Volksbanken mit einem ähnlichen Angebot nach.

Lange Zeit zögerten die Sparkassen mit einem eigenen Vorstoß. Kritiker verweisen regelmäßig auf Spekulationsblasen, da die Kurse extrem schwanken. „Wir haben sehr genau abgewogen, ob und wie ein Krypto-Angebot zu uns passt“, schildert Schmalzl die internen Überlegungen.

Günstige Gebühren und eine deutliche Warnung

Letztlich gaben die hohe Kundennachfrage sowie ein verlässlicher europäischer Rechtsrahmen den Ausschlag. Die Verwahrung der Werte übernimmt die Dekabank zusammen mit der Börse Stuttgart. Um gegen Neobanken zu bestehen, rufen die Initiatoren einen Kampfpreis auf. Lediglich 0,99 Euro fallen pro Order an, wobei ein klassisches Depot nicht zwingend erforderlich ist.

Trotz der Freischaltung betrachten die Verantwortlichen das neue Geschäftsfeld mit Skepsis. „Kryptowährungen bleiben aus Sicht der Sparkassen hochspekulative Anlagen“, stellt der DSGV klar. Nutzer erhalten beim Handel einen ausdrücklichen Hinweis auf starke Kursschwankungen und das Risiko eines Totalverlusts. Für den langfristigen Vermögensaufbau empfehlen die Banken weiterhin klassische Sparpläne und eine persönliche Beratung.

Quelle: dpa