Darum müsste die AfD jetzt grüner werden als die Grünen

Die Grünen reagieren alarmiert auf die jüngsten Prognosen des UN-Umweltprogramms Unep. Angesichts einer drohenden Erderwärmung um 2,8 Grad Celsius bis 2100 spricht die Partei von einer düsteren Perspektive. Fraktionsvize Andreas Audretsch nannte die Entwicklung gegenüber der Nachrichtenagentur AFP „eine Horrornachricht mit Blick auf die Zukunft“. Eigentlich müsste dieser Aufschrei aber auch von der AfD kommen.

Der aktuelle Unep-Bericht untermauert die Dringlichkeit der Lage. Momentan ist die Weltgemeinschaft laut der Studie gefährlich weit von ihren Zielen entfernt. Statt der anvisierten 1,5 Grad droht bis zum Ende des Jahrhunderts ein Temperaturanstieg um 2,8 Grad.

📌 Das ist UNEP Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen ist die führende globale Stimme für den Umweltschutz. Sie wurde 1972 ins Leben gerufen. Hauptsitz ist in Nairobi (Kenia). Die dänische Ökonomin und Umweltschützerin Inger Andersen führt die Organisation.

Klimakrise mit bedrohlichen Folgen für die Menschheit

Jeder Bruchteil eines Grades über 1,5 Grad erhöhe das Risiko für tödliche Fluten, Hitzewellen und Waldbrände, sagte die Direktorin des UN-Umweltprogramms, Inger Andersen.

Auch UN-Generalsekretär António Guterres fand deutliche Worte. Er stufte die bisherigen nationalen Maßnahmen zum Klimaschutz als völlig unzureichend ein. Zudem verwies Guterres auf einen weltweiten Rekordwert beim Ausstoß von Treibhausgasen.

Überbevölkerung in Afrika, in Europa wird es leerer

2,8 Grad mehr bis zum Jahr 2100 hätte dramatische Folgen für Migrationsbewegungen auch aus Afrika Richtung Europa. Während die AfD einerseits Zweifel an den wissenschaftlichen Erkenntnissen sät und einen menschengemachten Klimawandel in Frage stellt, bahnen sich massive Flüchtlingsbewegungen in den kommenden Jahrzehnten an. Europa dürfte noch anziehender werden, zumal der Kontinent angesichts der Geburtenkrise viel Platz bieten wird.

Bei einem Anstieg um 2,8 Grad würden in vielen Regionen Nord-, West- und Ostafrikas die Temperaturen so stark steigen, dass die Schwelle für tödliche Hitzestress-Bedingungen überschritten wird. Auch ein landwirtschaftlicher Kollaps, mit Dürren und Hungerkrisen, insbesondere in der Sahelzone und in Südafrika, wären Folgen. Ein Pfad hin zu 2,8 °C Erwärmung bedeutet, dass die Anpassungsfähigkeit menschlicher Gesellschaften in Teilen der Welt überfordert sein wird. Auch Bürgerkriege sind denkbar.

Afrikas Bevölkerung explodiert, Lebensbedingungen werden untragbar

Eine Zunahme des Migrationsdrucks wäre eine logische Folge. Insbesondere angesichts der Bevölkerungsentwicklung. So rechnen Forscher damit, dass sich die Bevölkerung Afrikas bis 2050 verdoppeln wird. Bis 2050 könnte jeder vierte Mensch auf der Erde in Afrika leben. So wird beispielsweise die Bevölkerung Nigerias von heute rund 230 Millionen laut Prognosen auf bis zu 375 Millionen zur Jahrhundertmitte ansteigen. Nigeria wäre dann das drittbevölkerungsreichste Land der Welt.

Kurzfristiger Horizont: AfD macht Politik für Boomer

Trotz all dieser Entwicklung verschließt die AfD die Augen. Dabei wäre eine Klima-Massenflucht, die selbst die Jahre der Flüchtlingskrise 2015/16 in den Schatten stellen würde. eine enorme Herausforderung für den deutschen Nationalstaat und die EU. Angesichts dieser Klimakrise müsste die AfD eigentlich grüner sein als die Grünen und Klimaschutz ganz oben auf ihre Agenda stellen, statt kurzfristig Politik für die Boomer-Generation zu führen und Kulturkämpfe gegen E-Autos, Windräder und Vegetarier zu führen und redet Hitze-Sommer klein.

Die AfD will die deutsche Heimat und Kultur schützen und lehnt eine Massenmigration ab. Meint sie das ernst, dann müsste sie nun zur Klimaschutz-Partei Nummer Eins werden. Doch damit würden sie viele Boomer-Wähler vergraulen.

Quelle: AFP, dpa