Trump-Regierung verkündet bitteren Rekord – über 300.000 Fälle

Donald Trump verschärft seinen Kurs gegen Einwanderer weiter. Seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus hat die US-Regierung mehr als 300.000 Visa widerrufen. Damit erreicht die Einwanderungspolitik des US-Präsidenten einen neuen Höchststand. Nach Angaben seiner Regierung wurden unter keinem seiner Vorgänger so viele Visa in so kurzer Zeit entzogen.

Die Zahlen gab das US-Außenministerium am Dienstag (20. Oktober) bekannt. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hat sich das Vorgehen zuletzt erheblich beschleunigt. Noch am 10. August 2026 lag die Zahl der seit Trumps Amtsantritt im Januar 2025 widerrufenen Visa bei etwas mehr als 175.000. Innerhalb von gut zwei Monaten kamen somit mindestens 125.000 weitere Fälle hinzu.

📌 Was passiert, wenn ein US-Visum widerrufen wird? Ein US-Visum erlaubt ausländischen Staatsangehörigen grundsätzlich, an einer amerikanischen Grenze die Einreise für einen bestimmten Zweck zu beantragen. Wird es widerrufen, kann es nicht mehr zur Einreise verwendet werden. Betroffene müssen gegebenenfalls ein neues Visum beantragen. Wichtig: Ein Visumwiderruf bedeutet nicht automatisch, dass eine Person sofort abgeschoben wird. Bei Menschen, die sich bereits in den USA befinden, hängt das weitere Aufenthaltsrecht unter anderem vom jeweiligen Einwanderungsstatus ab.

Trump-Regierung verkündet Rekord bei Visa-Entzug

Im US-Außenministerium sieht man die Entwicklung als Erfolg. Sprecher Tommy Pigott erklärte die Regierung habe „mehr Visa schneller als jede Regierung zuvor widerrufen“. Die Botschaft aus Washington ist eindeutig. Gegen ausländische Visuminhaber, die gegen Gesetze verstoßen, Betrug begehen oder die nationale Sicherheit gefährden, gelte eine Politik der „Null-Toleranz“, so Pigott.

Bereits im August hatte das Außenministerium erklärt, dass die meisten damaligen Visa-Widerrufe im Zusammenhang mit polizeilichen Vorfällen standen. Als häufige Gründe nannte die Behörde unter anderem Körperverletzung, Trunkenheit am Steuer, Diebstahl und Drogendelikte.

Allerdings beschränkt sich Trumps Vorgehen nicht auf solche Fälle.

USA entziehen Visa auch wegen politischer Äußerungen

Kritik löst insbesondere der Umgang mit ausländischen Staatsangehörigen aus, die sich politisch äußern. So wurden während Trumps zweiter Amtszeit auch Visa von pro-palästinensischen Demonstranten widerrufen. Ebenso gerieten Ausländer wegen Äußerungen in sozialen Netzwerken ins Visier der Behörden, darunter Personen, denen vorgeworfen wurde, die Ermordung des konservativen Aktivisten Charlie Kirk verherrlicht zu haben.

Menschenrechtsorganisationen kritisieren diese Praxis. Sie werfen der US-Regierung vor, rechtsstaatliche Schutzmechanismen zu missachten und die Meinungsfreiheit einzuschränken. Außerdem äußern sie Bedenken hinsichtlich möglicher Diskriminierung und einer unzureichenden Überprüfung einzelner Entscheidungen.

Die Regierung weist solche Vorwürfe zurück und begründet ihr Vorgehen mit dem Schutz der öffentlichen Sicherheit und nationalen Interessen.

Trump erschwert auch die legale Einwanderung

Im Wahlkampf 2024 hatte Trump vor allem versprochen, die illegale Einwanderung zu bekämpfen und die Grenzen stärker zu kontrollieren. Mittlerweile treffen seine Maßnahmen aber auch Menschen, die auf legalem Weg in die Vereinigten Staaten einreisen oder dort arbeiten möchten.

So führte die Regierung zusätzliche Kontrollen ein, bei denen auch Social-Media-Aktivitäten von Antragstellern überprüft werden. Hinzu kommen höhere finanzielle Hürden bei bestimmten Arbeitsvisa.