Nicht nur für Kinder sind Adventskalender im Dezember ein Muss. Schon jetzt reihen sich in den Supermärkten und Discountern die Schokokalender für Groß und Klein auf. Aldi und Action legen sogar noch eine Schippe drauf.
Hier gibt es Adventskalender mit Kosmetik-Artikeln – und das zu unschlagbaren Preisen. Aber lohnt sich der Griff zum Adventskalender wirklich? Oder ist selber machen am Ende vielleicht günstiger? Wir haben bei der Verbraucherzentrale Sachsen nachgefragt.
📌 5 Fakten über Adventskalender Protestantische Wurzeln: Der Brauch entstand im 19. Jahrhundert in evangelischen Familien. Man machte Kreidestriche an der Tür oder zündete täglich eine Kerze an. Erster gedruckter Kalender: Der Münchner Verleger Gerhard Lang brachte um 1908 „Im Lande des Christkinds“ heraus, mit 24 Bildchen zum Aufkleben. Türchen ab den 1920ern: Kalender mit Türchen zum Öffnen kamen in den 1920er-Jahren auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg machte Richard Sellmer ab 1946 mit der Produktion weiter. Schokolade seit den 1950ern: Schokoladenkalender gibt es in Deutschland seit den 1950er-Jahren. Heute gibt es Kalender mit Kosmetik, Tee, Spielzeug oder Bier. Immer 24 Türchen: Die Adventszeit ist je nach Jahr unterschiedlich lang. Die Kalender zählen deshalb einheitlich vom 1. bis zum 24. Dezember.
Es gibt kaum belastbare Tests
Wer wissen will, ob sich ein Kalender lohnt, sollte prüfen, „welchen Inhalt der Kalender hat und ob und zu welchem Preis die Produkte ohne Kalenderaufmachung zu erhalten sind“, erklärt Micaela Schwanenberg, Referentin für Recht bei der Verbraucherzentrale Sachsen.
Dabei gelte: Die besondere Aufmachung, das Überraschungsmoment und eventuell exklusive Produkte haben „ihren Preis“. Besonders bei Süßigkeiten und Knabbereien fallen laut Verbraucherzentrale Sachsen oft deutliche Preisunterschiede zum Standardprodukt auf.
Wer nach unabhängigen Untersuchungen sucht, wird bislang kaum fündig. Die Verbraucherzentrale Sachsen hat keine Kalender getestet und Inhalte nicht systematisch verglichen. Auch die Stiftung Warentest konnte auf Anfrage dazu keine Aussage machen.
Kunden sollten Preise individuell vergleichen
Wer einen Premium-Kalender kauft, liest oft die Aufschrift „Inhalt im Wert von über X Euro“. Laut Schwanenberg hilft aber auch hier nur genaues Überprüfen des Inhaltes und der konkrete Preisvergleich, um das Werbeversprechen zu prüfen. Das Problem: Bei Adventskalendern fehle häufig die Vergleichbarkeit zum Standardprodukt, eben wegen der besonderen Aufmachung. Eine Pflicht für den Hersteller einen Grundpreis anzugeben, gibt es nicht.
Auch wenn der Inhalt vorab nur teilweise bekannt ist oder Auslaufprodukte und Neuheiten enthalten sind, bleibt die Botschaft gleich. Verbraucher müssten wissen, dass Aufmachung und Überraschungseffekt mehr kosten können als das Standardprodukt.
Das gilt bei der Rückgabe
Und was, wenn plötzlich etwas fehlt? Auch hier wird es heikel. Zwar können sich Käufer an den Händler wenden und Gewährleistungsansprüche geltend machen. Allerdings sieht Schwanenberg hier „vor allem ein Nachweisproblem“. Denn zu belegen, dass ein Kalender von vornherein unvollständig war, dürfte Verbrauchern schwerfallen.
Also lieber keinen fertigen Adventskalender kaufen? Eine generelle Empfehlung gibt es von der Verbraucherzentrale Sachsen nicht. Eine gute Alternative ist der selbst befüllte Kalender aber sicherlich. Hier können Verbraucher am Ende sicher sein, was drinsteckt und zu welchem Wert.
Ein Adventskalender im Kaufland Online-Shop sorgte zuletzt für Aufsehen. Denn auf den ersten Blick scheint er unvollständig.
