Nach Übernahme von 38 Tegut-Märkten: Rewe gibt sich nicht zufrieden

Im Rennen um Tegut gibt sich Rewe noch nicht zufrieden. Am 20. Oktober meldete der Konzern beim Bundeskartellamt an, dass er weitere Tegut-Filialen übernehmen möchte. Wie viele Märkte es genau sind, steht noch nicht fest. Das Verfahren läuft nun.

Dabei hatte das Kartellamt erst am 14. Oktober grünes Licht für die Übernahme von 38 Märkten gegeben, allerdings mit Auflagen. Geplant waren ursprünglich 40 Standorte. Bei zwei Märkten sahen die Wettbewerbshüter den Wettbewerb in Gefahr. Rewe darf diese beiden deshalb vier Jahre lang nicht übernehmen.

📌 So ist die Lage bei Tegut Verkauf statt Insolvenz: Migros Zürich hat im März seine Verkaufsabsichten öffentlich gemacht. Tegut hat gut 300 Märkte und knapp 7.500 Beschäftigte. Edeka führt: Edeka übernimmt 178 Märkte, dazu das Logistikzentrum in Hünfeld-Michelsrombach, die Bäckerei Herzberger und 41 „Teo“-Märkte. Auf 24 Filialen muss Edeka vier Jahre lang verzichten. Rewe und Tante Enso ziehen nach: Rewe hat sich 38 Märkte gesichert, Tante Enso 36. Rewe hat zusätzlich weitere Märkte angemeldet. Schließungen: Rund 18 Filialen machen dicht. Einige sind schon geschlossen, andere folgen bis Mitte Dezember. Gründung 1947: Tegut wurde 1947 in Fulda gegründet. Die Marke ist damit fast 80 Jahre alt.

Tegut-Übernahme: Das ändert sich für Kunden

Wer aktuell bei Tegut einkauft, kann aufatmen. Rewe will die Märkte in Hessen, Bayern, Thüringen und Niedersachsen erhalten und die Nahversorgung vor Ort sichern. Künftig laufen sie unter den Marken Rewe und Penny. Auch die gewohnten regionalen Produkte und Bio-Waren sollen im Regal bleiben.

Gute Nachrichten gibt es auch für die Belegschaft. Alle Mitarbeitenden der betroffenen Märkte sollen ein Jobangebot bekommen. „Chip.de“ zitiert Rewe-Vorstand Peter Maly, der die Entscheidung einen „wichtigen Meilenstein“ nennt. Wann welcher Markt umgestellt wird, ist noch offen.

Edeka sichert sich das größte Paket

Das größte Stück vom Kuchen holt sich Edeka. Der Konzern übernimmt 178 Märkte, wollte ursprünglich aber 202. Auf 24 Filialen muss er vier Jahre lang verzichten, weil die Kartellwächter in einigen Regionen zu viel Marktmacht befürchteten. Tante Enso übernimmt 36 Märkte.

Ganz in trockenen Tüchern ist der Edeka-Deal allerdings nicht. Der Bio-Händler Vollcorner hat beim Oberlandesgericht Düsseldorf Beschwerde eingelegt. Dabei geht es um Filialen in München. Für rund 18 Tegut-Märkte kommt dagegen das Aus: Einige sind schon dicht, andere schließen bis Mitte Dezember.

Was wird aus den übrigen Märkten?

Greift Rewe nun nach den 24 Filialen, auf die Edeka verzichten muss? Das ist bislang nicht bekannt. Fest steht: Einer dieser Märkte ist inzwischen dauerhaft geschlossen. Übrig bleiben damit nur noch 23 Standorte.

Wie viele Filialen Rewe tatsächlich haben will, zeigt sich erst im laufenden Verfahren. Bis dahin bleibt es spannend im Poker um die Tegut-Märkte.