Venlo liegt direkt hinter der Grenze und zieht seit Jahren Kunden vom Niederrhein und aus dem Ruhrgebiet an. In den Einkaufswagen landen vor allem Kaffee, niederländische Spezialitäten und manchmal Getränkedosen. Ob sich das rechnet, hängt vom Produkt ab. Manche Klassiker sind günstiger, andere kauft man eher aus Gewohnheit.
Im Mittelpunkt vieler Einkaufsfahrten steht der Supermarkt „2 Brüder von Venlo“ in der Innenstadt. Er richtet sich gezielt an deutsche Kunden. Das Sortiment reicht von niederländischen Produkten über osteuropäische Spezialitäten bis zu deutschen Marken in Familiengrößen.
📌 Venlo und die Niederlande Eine Flasche Fanta Orange kostete laut Consumentenbond-Vergleich in den Niederlanden 2,61 Euro, in Deutschland 1,64 Euro. Bei Drogerieartikeln lag ein Warenkorb aus 13 Markenprodukten laut dem Verbrauchermagazin Kassa bei Kruidvat bei 161,69 Euro, bei dm bei 73,75 Euro. Die gotische St. Martinuskirche in Venlo stammt aus dem 16. Jahrhundert. Ihr Turm hat 53 Glocken und 207 Stufen. In den ersten drei Quartalen 2025 kauften rund 45,3 Prozent der niederländischen Haushalte in Deutschland oder Belgien ein.
Warum ist Kaffee in Venlo so beliebt?
Kaffee ist der Klassiker. Die Niederlande erheben keine Kaffeesteuer, deshalb kosten große Marken dort häufig weniger als zu Hause. Wer Pads oder Bohnen im Großpack kauft, spürt den Unterschied am ehesten. Auf diesem Preisvorteil beruht ein Großteil des Rufs von Venlo.
Wie DERWESTEN berichtet, kosten Kaffee und Käse im Supermarkt „2 Brüder“ häufig weniger als in Deutschland. Beim Käse gehen die Angaben der Quellen allerdings auseinander, dazu später mehr. Bei Kleidung lohnt der Vergleich laut dem Bericht weniger, weil Ketten wie Only ähnliche Preise wie in Deutschland haben.
Was ist mit Dosen und Pfand?
Lange galten Getränkedosen als zweiter Renner, weil es in den Niederlanden kein Dosenpfand gab. Diese Zeit ist vorbei. Laut „MonsterDealz“ sind Dosen dort seit dem 1. April 2023 pfandpflichtig, das Pfand beträgt 15 Cent. Das Portal verweist dabei auf die niederländische Aufsichtsbehörde ILT.
Das Pfand lässt sich nur in den Niederlanden zurückholen, deutsche Automaten nehmen das Leergut nicht an. Dazu kommt der Preis: Alkoholfreie Getränke liegen laut Eurostat-Index etwa ein Fünftel über dem deutschen Niveau. Wer Dosen mitnimmt, zahlt also oft drauf.
Welche Spezialitäten wandern in den Kofferraum?
Die „Rheinische Post“ zählt auf, was Deutsche an den Niederlanden schätzen: Vla, Hagelslag, Chocomel und gefrorene Frikandeln im 40er-Pack. Dazu kommen Drop, also Lakritz, und Stroopwafels. Günstiger sind diese Produkte nach Angaben von MonsterDealz nicht. Sie gibt es in Deutschland nur selten.
Bei Frischware zeigen die Eurostat-Zahlen echte Vorteile. Fisch kostet in den Niederlanden laut MonsterDealz rund ein Viertel weniger, auch Backwaren und Obst liegen niedriger. Bei Milchprodukten, Käse und Eiern ist Deutschland dagegen leicht günstiger. Der Ruf vom billigen Holland-Käse gilt also nicht überall.
Wann lohnt sich die Fahrt nach Venlo?
Venlo punktet mit den Öffnungszeiten. Besonders voll wird es am Koopzondag, dem ersten Sonntag im Monat. Donnerstags bleiben die meisten Läden bis 21 Uhr offen. Samstags findet auf dem Monseigneur Nolensplein ein Markt mit rund 100 Ständen statt.
Wer große Vorräte kauft, sollte die Richtmengen des Zolls kennen. Für Kaffee liegt sie bei 10 Kilogramm, für Bier bei 110 Litern. Wer mehr dabeihat, muss glaubhaft machen, dass die Ware für den Eigenbedarf gedacht ist. Auch beim Sprit lohnt ein Blick: Er war in den Niederlanden zuletzt teurer, daher tankt man besser vor der Grenze.
