Drastische Preissenkung bei Lindt-Schokolade im Supermarkt – dahinter steckt eine traurige Wahrheit

Ob Goldhase, Lindor oder Weihnachtsmann: Die Schokoladen von Lindt kennt wahrscheinlich jeder.In letzter Zeit blieben die Premium-Produkte in den Supermärkten allerdings immer öfter liegen. Mit offensiven Rabattaktionen versucht der Schweizer Hersteller, den Absatz wieder anzukurbeln.

Bei Edeka und Co. liegen Lindor-Pralinen inzwischen mit Rabatt-Stickern im Regal, teils sogar günstiger als Milka. Für Verwaltungsratspräsident Ernst Tanner, den „Schokoladenkönig“, ist das ein herber Schlag. „Es tut mir weh, unsere Produkte im Ausverkauf zu sehen“, sagte er der „NZZ am Sonntag“. Doch wie konnte es dazu kommen?

📌 Das ist Lindt Gründung 1845: Die Wurzeln liegen in Zürich. David Sprüngli und sein Sohn Rudolf eröffneten dort eine Konditorei, die später zu Lindt & Sprüngli wurde. Erfindung des Conchierens: Rodolphe Lindt entwickelte 1879 in Bern das Conchieren. Dabei wird die Schokoladenmasse lange gerührt und erwärmt. So wird sie besonders zartschmelzend. 1899 übernahm Sprüngli seine Firma. Lindor seit 1949: Die Kugeln mit der weichen Schmelzfüllung gibt es seit 1949. Sie gehören bis heute zu den wichtigsten Produkten des Konzerns. Der Goldhase: Ihn gibt es seit den 1950er-Jahren. Sein rotes Band und das Glöckchen sind inzwischen ein Markenzeichen, das sogar rechtlich geschützt ist. Hauptsitz in Kilchberg: Der Konzern sitzt bei Zürich und ist an der Schweizer Börse notiert. Er ist durch Zukäufe auch in den USA stark vertreten, zum Beispiel durch die Übernahme von Ghirardelli (1998) und Russell Stover (2014).

Lindt-Produkte wurden zu Ladenhütern im Supermarkt

Jahrelang galt Lindt als erschwinglich und zugleich hochwertig. Steigende Preise, Inflation und eine schwächere Kaufkraft setzen den Schokoladenhersteller nun unter Druck. Die Folge ist die schwerste Krise seit Jahrzehnten.

„Wir haben falsch eingeschätzt, wie die Kunden auf Preiserhöhungen reagieren“, räumt Tanner laut „t-online“ ein. Der Kakaopreis hatte ab 2024 historische Höchststände erreicht, und der Konzern wollte die Mehrkosten an die Kundschaft weitergeben. „Dabei haben wir überschätzt, wie stark wir die Preise erhöhen können, ohne dass die Nachfrage nachlässt“, sagt er. Das gelte vor allem für Deutschland, Österreich und die Schweiz. „Für einige Konsumenten wurden unsere Produkte in den vergangenen Monaten offensichtlich zu teuer.“

Dauerhafte Preissenkungen geplant

Um die schwächere Nachfrage auszugleichen, muss Lindt langfristig günstiger werden, und das weiß auch Tanner. Möglich sei dies, sobald sich der Kakaopreis wieder auf einem normalen Niveau eingependelt habe. Einen Teil der Preise habe der Konzern bereits gesenkt, zumal die Rohstoffkosten zuletzt wieder gesunken seien. Die extreme Verteuerung habe Lindt „Hunderte Millionen Franken gekostet“.

Die auffälligen Rabatte dienen derzeit vor allem dazu, wieder Kundschaft zu gewinnen. „Derzeit kommen wir aber nicht um Aktionen herum, um die Kundinnen und Kunden auf unsere Preissenkungen aufmerksam zu machen“, so der „Schokoladenkönig“.

Moser Roth ist eine der bekanntesten Aldi-Marken. Doch hinter der Schokolade steckt ein Süßwaren-Riese, dessen andere Marken jeder kennt.