Warum die Ladesäule vor Kaufland nicht einfach ein netter Kundenservice ist

Wer sein Elektroauto während des Einkaufs bei Kaufland lädt, spart Zeit und erledigt zwei Dinge gleichzeitig. Doch die Ladesäulen auf dem Parkplatz erfüllen für den Händler noch einen weiteren Zweck. Sie machen den Einkauf attraktiver, stärken die Kundenbindung und können zusätzliche Einnahmen bringen. Hinter dem Angebot steckt damit auch eine wirtschaftliche Strategie.

📌 Das sollten E-Auto-Fahrer wissen Bis zu 360 kW Ladeleistung: An geeigneten Standorten bietet Kaufland DC-Ladepunkte mit bis zu 360 kW. Die tatsächliche Ladeleistung hängt auch vom Fahrzeug ab. Nicht immer ist ein Kabel vorhanden: An den AC-Ladepunkten wird größtenteils ein eigenes Typ-2-Ladekabel benötigt. DC-Ladesäulen verfügen über fest installierte Kabel. Parkregeln gelten weiterhin: Wer die ausgeschilderte Höchstparkdauer überschreitet, riskiert ein Knöllchen. Die konkreten Regeln können je nach Filiale variieren.

Warum investiert Kaufland in Ladesäulen?

Für Kunden liegt der Vorteil auf der Hand: Das Auto lädt, während sie durch die Gänge gehen. Eine zusätzliche Fahrt zu einer separaten Ladestation entfällt. Gerade bei Schnellladesäulen kann sich der Akku während eines gewöhnlichen Einkaufs spürbar füllen.

Kaufland baut sein Ladenetz deshalb kontinuierlich aus. Nach Angaben des Unternehmens war das Laden im Juni 2026 bereits an mehr als der Hälfte seiner Standorte möglich. Ende Juni zählte Kaufland bundesweit mehr als 1.111 Ladepunkte, wie das Unternehmen in seinem Corporate Blog berichtet.

Wie profitiert der Supermarkt?

Ein wichtiger Faktor ist die Kundenbindung. Wer sein Auto bequem beim Einkaufen laden kann, findet den Standort möglicherweise attraktiver als einen Markt ohne Ladeangebot. Das kann die Entscheidung beeinflussen, wo der nächste Einkauf stattfindet. Auch andere Handelsunternehmen nutzen Ladeangebote, um Kunden anzuziehen und Einnahmen zu erzielen, wie AUTO BILD einordnet.

Hinzu kommt der mögliche Umsatz mit dem verkauften Strom. Kaufland berechnet das Laden nach verbrauchten Kilowattstunden. Die Ladesäulen sind damit zugleich ein kostenpflichtiges Angebot, das über den klassischen Lebensmittelverkauf hinausgeht. Wie profitabel einzelne Standorte tatsächlich sind, lässt sich aus öffentlich verfügbaren Angaben allerdings nicht ableiten.

Warum spielt die Kaufland-App eine Rolle?

Kaufland verknüpft das Laden mit seinem digitalen Vorteilsprogramm. Wer die App nutzt und über Kaufland Pay bezahlt, kann von günstigeren Ladetarifen profitieren. So wird das Laden mit einem bereits bekannten Kundenangebot verbunden. Das schafft einen zusätzlichen Anreiz, die App zu verwenden.

Die Nutzung ist allerdings nicht auf die App beschränkt. Kunden können den Ladevorgang auch über einen QR-Code an der Säule starten oder eine geeignete Ladekarte verwenden. Laut der offiziellen Kaufland-Seite hängen die verfügbaren Anschlüsse und Ladeleistungen vom jeweiligen Standort ab.

Ist das Laden wirklich ein Geschenk?

Nein, grundsätzlich handelt es sich um einen kostenpflichtigen Service. Der Preis richtet sich nach der geladenen Strommenge und der gewählten Ladeart. Wer den günstigeren Tarif nutzen möchte, sollte die aktuellen Preise in der Kaufland-App prüfen und mit anderen Ladeangeboten vergleichen.

Auch für Kaufland entstehen Kosten, etwa für Anschaffung, Betrieb und Wartung der Infrastruktur. Gleichzeitig kann das Angebot den Standort aufwerten und zusätzliche Kunden anziehen. Welche wirtschaftlichen Effekte überwiegen, hängt von Faktoren wie Auslastung, Stromkosten und Investitionen ab.