Ob im Kaffee oder im Müsli – Hafermilch wird als Milchalternative immer beliebter. Aber ist sie auch genauso gut wie das tierische Produkt? „Öko-Test“ hat 27 Barista-Produkte ganz genau unter die Lupe genommen und ist dabei zu einem überraschenden Ergebnis gekommen.
Ausgerechnet die Eigenmarken schnitten sehr gut ab, während der Marktführer versagte. Nur etwa die Hälfte der Produkte empfand „Öko-Test“ als empfehlenswert. Im Test standen 27 ungekühlte Haferdrinks aus dem Supermarkt, 19 davon in Bio-Qualität. Für einen Liter zahlten die Tester zwischen 1,25 und 3,32 Euro.
📌 Wissenswertes zu Hafermilch Entstehung: Hafermilch wurde Anfang der 1990er-Jahre an der Universität Lund in Schweden entwickelt. Die Forschenden um Rickard Öste suchten ursprünglich eine Alternative für Menschen mit Laktoseintoleranz. Herstellung: Haferflocken oder Hafermehl werden mit Wasser vermischt und mit Enzymen versetzt. Diese spalten die Haferstärke in kürzere Zuckerverbindungen auf. Das macht den Drink von Natur aus süßlich, auch ohne Zuckerzusatz. Umwelt: Hafermilch verursacht deutlich weniger Treibhausgase und braucht weniger Wasser und Fläche als Kuhmilch. Die genauen Werte hängen von der Studie und der Berechnungsmethode ab. Ballaststoffe: Hafer enthält Beta-Glucan, einen löslichen Ballaststoff. Er kann bei ausreichender Zufuhr helfen, den Cholesterinspiegel zu senken. Ob und wie viel davon im Drink landet, hängt vom Produkt ab.
Marktführer Oatly Barista fällt durch – Grund ist nicht der Schaum
„Bei einem Haferdrink mit dem Zusatz Barista erwarten Verbraucherinnen und Verbraucher zu Recht eine ordentliche Schaumbildung“, sagt Dr. Lisa Hitschler, ÖKO-TEST-Molekularbiologin. „Das schaffen nicht alle Produkte im Test.“ Der Lidl-Drink Vemondo Bio Barista etwa brachte nur rund 80 Milliliter Schaum zustande. Die besten Produkte lieferten mehr als 300 Milliliter.
Ausgerechnet der Marktführer, die Oatly Barista Edition, erhält als einziges Produkt nur ein „ausreichend“. Das liegt allerdings nicht am Schaum. Der gelingt sehr gut. Abgewertet wird der Inhalt: Der Drink enthält Phosphate, die den Schaum stabilisieren. Höhere Phosphatmengen im Blut können nach Studien das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen. Dazu kommen ein erhöhter Jodgehalt und zugesetztes Vitamin D, das die Tester in Hafermilch für unnötig halten. Das ergibt drei Noten Abzug.
Das solltest du beim Kauf beachten
Insgesamt 14 Drinks erhalten die Note „sehr gut“, einen alleinigen Testsieger gibt es nicht. Dazu zählen der dm Bio Barista Haferdrink für 1,45 Euro pro Liter und der Edeka Bio Hafer Barista für 1,39 Euro. Die Bio-Variante von Oatly bekommt ebenfalls „sehr gut“, kostet aber 2,55 Euro. Wer zu den Eigenmarken greift, zahlt also rund 43 bis 45 Prozent weniger bei gleicher Gesamtnote.
Sechs Bio-Haferdrinks zeigen außerdem, dass stabiler Schaum auch ohne Phosphate gelingt. Beim Einkauf lohnt sich deshalb ein Blick auf die Zutatenliste. Phosphate stehen dort oft als Säureregulator, zum Beispiel als Dikaliumphosphat. Wer sie meiden will, greift am besten zu Bio. Ein niedriger Preis allein garantiert aber keinen guten Schaum, wie das Lidl-Produkt zeigt. Der Vergleich von Grundpreis, Zutaten und Testnote zahlt sich aus.
Das Thema Milchalternativen polarisiert: Unter einem Artikel unserer Redaktion entbrannte eine hitzige Diskussion.
