Es duftet nach Zimt, draußen wird es früh dunkel, und auf dem Tisch dampft der Tee. Nur eines fehlt noch: der Christstollen. Wer in der Vorweihnachtszeit keine Lust auf Backen hat, greift zur Fertigware.
Und weil Weihnachten ohnehin ins Geld geht, landet oft der günstige Klassiker vom Discounter im Einkaufswagen. Doch hält der Aldi-Stollen, was die festliche Packung verspricht? Die Stiftung Warentest hat genau das geprüft.
📌 Wissenswertes über Christstollen Uralte Tradition: Die erste urkundliche Erwähnung stammt von 1329. Damals tauchte in Naumburg ein „Stollen“ in einer Urkunde auf. Das Gebäck ist also fast 700 Jahre alt. Der Butterbrief: Früher war der Stollen in der Fastenzeit eine karge Angelegenheit, denn Butter war verboten. Der Teig aus Mehl, Hefe und Wasser schmeckte entsprechend fad. Erst 1491 erlaubte Papst Innozenz VIII. per „Butterbrief“ die Zutat gegen eine Abgabe. Seitdem ist der Stollen saftig. Das Christkind im Puderzucker: Die weiße Zuckerschicht soll an das in Windeln gewickelte Jesuskind erinnern. Deshalb gehört der Stollen so selbstverständlich zu Weihnachten. Geschützter Name: Dresdner Stollen steht unter doppeltem Schutz. Er trägt das goldene Stollensiegel und ist nach EU-Recht als geschützte geografische Angabe eingetragen. Wo „Dresdner“ draufsteht, muss auch Dresden drin sein. Geduld lohnt sich: Ein guter Stollen braucht Zeit. Viele Bäcker raten, ihn nach dem Backen zwei bis drei Wochen reifen zu lassen. Dann ziehen die Aromen durch. Dank der Rosinen hält er sich zudem lange.
Aldi Stollen im Test
18 Stollen traten 2022 im Test an, die Preise reichten von 3,80 bis 30 Euro pro Kilogramm. Der „Wintertraum Butter-Mandel-Stollen“ von Aldi lag bei rund 4 Euro für 750 Gramm. Aktuell gibt es ihn für 4,99 Euro bei Aldi Süd und Aldi Nord.
Das Gesamturteil lautet 2,6, also nur befriedigend. Am meisten zählte mit 55 Prozent die sensorische Prüfung. Fünf geschulte Prüfer bewerteten Aussehen, Geruch, Geschmack und Mundgefühl.
Stollen schmeckt brotartig statt aromatisch
Doch ausgerechnet hier versagt Aldi. Die Tester bemängeln vor allem den brotartigen Geschmack. Ein guter Stollen schmeckt dagegen aromatisch und ausgewogen. Rosinen, Orangeat und Zitronat sollen zur Geltung kommen, innen soll er locker und mürbe sein.
Durchgefallen ist der Stollen trotzdem nicht. Bei den Schadstoffen gab es Entwarnung: Alle Werte lagen sehr gering bis gering. Insgesamt schnitten sieben Stollen gut ab, vier glänzten bei der Verkostung mit Bestnoten.
Klassiker aus Dresden überzeugt
Ganz vorn liegen die Klassiker aus Dresden. Alle fünf getesteten Dresdner Stollen erhielten ein gutes Gesamturteil. Testsieger ist der Dresdner Christstollen von Dr. Quendt. Er schmeckte am besten und kostet rund 9 Euro pro Kilogramm. Damit ist er zugleich der günstigste unter den guten Stollen und der Preistipp.
Ebenfalls „sehr gut“ beim Geschmack: Emil Reimann für etwa 17 Euro und die Stollenbäckerei Krause für rund 19 Euro pro Kilo. Bei den Marzipanstollen siegt Bahlsen. Das Fazit der Tester: „Die Dresdner haben es drauf.“
Wer sich sicher sein will, einen rundum guten Stollen zu erwischen, sollte zum Original greifen. Doch für den kleinen Preis lohnt sich auch das Probieren des Aldi-Produkts, denn seit dem letzten Test könnte eine Änderung der Rezeptur durchaus denkbar sein.
Aldi Nord und Lidl senken die Preise für ihre Schoko-Weihnachtsmänner um über 41 Prozent. Bei Milka und Kinder zahlen Kunden dagegen drauf.
