Millionen Pendler betroffen: Hier werden Bus und Bahn teurer

Millionen Pendler müssen sich im kommenden Jahr auf höhere Ausgaben für Bus und Bahn einstellen. Mehrere große Verkehrsverbünde in Metropolregionen wie Berlin oder München haben bereits steigende Tarife angekündigt.

Immerhin fallen die Aufschläge mancherorts etwas moderater aus als in der Vergangenheit. Dennoch spüren die Fahrgäste die Anpassungen bei vielen Ticketarten deutlich im eigenen Geldbeutel.

📌 5 Fakten zum ÖPNV Deutschlandticket: Seit Mai 2023 gibt es das bundesweit gültige Deutschlandticket. Es kostete zunächst 49 € pro Monat. Ab 2027 soll es 66,80 € kosten. Fahrgastzahlen: Jährlich nutzen rund 10 Milliarden Fahrgäste Busse und Bahnen im ÖPNV. Verkehrsverbünde: Es gibt über 60 Verkehrsverbünde, die Tarife und Fahrpläne in ihrer Region koordinieren. Zuständigkeit: Der ÖPNV ist Aufgabe der Länder und Kommunen, der Bund unterstützt ihn finanziell, zum Beispiel über Regionalisierungsmittel. Größte Netze: Die Berliner U-Bahn, die Münchner U-Bahn und die Hamburger Hochbahn gehören zu den größten städtischen Schienennetzen Deutschlands.

So stark steigen die Kosten in Berlin und München

Zum Jahreswechsel hebt der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) seine Tarife im Schnitt um 3,72 Prozent an. Für eine Einzelfahrt im Stadtbereich zahlen Kunden weiterhin 4,00 Euro. Nutzer des Vier-Fahrten-Tickets müssen tiefer in die Tasche greifen, da es sich um 80 Cent auf 13,20 Euro verteuert. Im Großraum München schlägt der Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) fast fünf Prozent auf. Zwar bleibt das Einzelticket unangetastet, doch die Streifenkarte für die Zone M klettert von 18,70 auf satte 21 Euro.

In Nordrhein-Westfalen plant der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), die Kosten für das streckenbasierte Eezy-Ticket stabil zu halten. Bei den restlichen Fahrkarten droht den Kunden ein Plus von 4,9 Prozent. Durchschnittlich 5,86 Prozent mehr verlangt der Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN). Betroffen sind hierbei nur Einzelfahrkarten bestimmter Preisstufen, die bis zu 20 Cent teurer werden.

Hamburg schont bestimmte Fahrkarten

In der Hansestadt Hamburg zieht der Nahverkehr ebenfalls an. Der Verbund teilte dazu mit: „Die Preise für den Nahbereich und die besonders häufig verkauften Einzel- und Tagestickets Hamburg AB / 2 Ringe bleiben unverändert.“ Um jeweils 10 Cent klettern hingegen die Preise für Kurzstrecken und Kinderfahrkarten. Als Hauptgrund für die Tarifanpassungen führen die Betreiber die angespannte wirtschaftliche Lage an. Der VRR erklärte die Situation deutlich: „Steigende Personal-, Energie- und Sachkosten erhöhen den Finanzierungsbedarf im Nahverkehr erheblich.“

Trotz dieser Belastungen verzichtet der Rhein-Main-Verkehrsverbund zu Beginn des kommenden Jahres komplett auf eine Preisanpassung. Zu guter Letzt trifft die Preiswelle das bundesweit nutzbare Deutschlandticket. Ab Januar müssen Abonnenten für das ÖPNV-Abo monatlich 66,80 Euro überweisen. Aktuell liegt der Preis noch bei 63 Euro. (dpa)