Davon sollen alle Bahn-Kunden profitieren: Minister will bei DB-Bossen durchgreifen

Wegen der Pünktlichkeitskrise bei der Deutschen Bahn erhöht Verkehrsminister Steffen Bilger den Druck auf die Konzernspitze. Der CDU-Politiker kündigte an, dass die Millionen-Boni der Vorstandsmitglieder künftig auf dem Prüfstand stehen. Für die Chefetage könnte die Unzuverlässigkeit der Züge bald finanzielle Folgen haben.

„Es wird sich konkret auf die Bonuszahlungen von Bahnmanagern auswirken, wenn die Ziele, die der Bund vorgibt, nicht eingehalten werden“, stellte Bilger klar. Zwar leiste das Personal an der Basis gute Arbeit. Dennoch müsse eine unzureichende Leistung zwingend Auswirkungen auf die Vergütung haben.

📌Die Deutsche Bahn Größter Netzbetreiber Europas: Die DB Betreibt ein Streckennetz von rund 33.400 Kilometern Länge. Riesige Fahrgastzahl: Täglich sind über 5 Millionen Menschen in den Zügen der Deutschen Bahn unterwegs. Strikte Sicherheitsregel: Metallbeschichtete Luftballons sind an Bahnhöfen verboten, da sie in der 15.000-Volt-Oberleitung Kurzschlüsse auslösen können. 100 % Ökostrom im Fernverkehr: Die Züge des Fernverkehrs (ICE & IC) fahren in Deutschland bereits vollständig mit grünem Strom.

Milliarden an Bedingungen geknüpft

Aktuell arbeitet die Regierung an einer neuen Finanzierungsvereinbarung. Darin wird festgelegt, wie viele Milliarden in die Schieneninfrastruktur fließen. Zukünftig sollen diese Summen streng an Vorgaben gebunden sein. „Ich finde, da haben die Bahnkunden und Steuerzahler einen Anspruch darauf, dass wirklich der Erfolg gemessen wird“, betonte der Minister.

In der Politik stößt der Vorstoß auf Zustimmung. SPD-Frau Isabell Cademartori unterstützt die Pläne, da man Rekordsummen bereitstelle und Zuverlässigkeit erwarte. Auch die Grünen befürworten das Vorhaben. Julia Verlinden betonte jedoch, dass die Ursache für Verspätungen vor allem an jahrzehntelangen fehlenden Investitionen des Bundes in die Infrastruktur liege.

Kritik an niedrigen Zielen

Aus den Ländern kommt ebenfalls Rückendeckung. Thüringens Infrastrukturminister Steffen Schütz verglich die Situation mit der freien Wirtschaft. „Bei der DB gelten da andere Maßstäbe. Es ist für die Kunden und erst recht für die Beschäftigten der Bahn nicht nachvollziehbar, dass der DB-Konzernvorstand Ziele viel zu niedrig setzt und dann auch noch deren Unterbietung belohnt“, kritisierte der BSW-Politiker.

Seitens der Fahrgäste gibt es Zuspruch. Karl-Peter Naumann vom Verband Pro Bahn sieht den Bund in der Pflicht. „Grundsätzlich ist es richtig, wenn der Eigentümer eindeutige Vorgaben macht und diese auch kontrolliert“, sagte Naumann. Gleichzeitig müsse die Regierung ausreichend Mittel bereitstellen und deren Einsatz überwachen. Die Deutsche Bahn wollte die Äußerungen nicht kommentieren.

Welche legalen Tricks es gibt, um auch auf ausgelasteten ICE-Fahrten einen Sitzplatz zu ergattern, liest du hier.