Jahr der Hitzewellen: Warum dieser Sommer in Europa in die Geschichte eingeht

In Westeuropa erreichten die Temperaturen im Juni und Juli nie dagewesene Höchstwerte. Mit durchschnittlich 21,62 Grad lag der Wert drastisch über dem langjährigen Mittel. Copernicus meldet eine Abweichung von 2,79 Grad im Vergleich zu den Jahren 1991 bis 2020.

Dabei zeigte sich auf dem Kontinent ein massives Gefälle. Während Skandinavien und Osteuropa kühlere Werte verzeichneten, schwitzte der Westen extrem. Auch in Deutschland war es im Südwesten wesentlich wärmer als im Nordosten.

📌 Fakten zum Thema Hitze Als Hitzetag gilt in der Meteorologie ein Tag mit mindestens 30 Grad Celsius. Ab 35 Grad sprechen Fachleute von extremer Hitze. Städte heizen sich oft deutlich stärker auf als das Umland. Grund sind versiegelte Flächen und Gebäude, die Wärme speichern. Besonders gefährdet durch große Hitze sind ältere Menschen, Kleinkinder sowie Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Tropennächte mit Tiefsttemperaturen von mindestens 20 Grad erschweren die nächtliche Erholung und belasten den Körper zusätzlich. Extreme Hitze erhöht das Risiko für Waldbrände und kann Straßen, Gleise sowie Stromnetze erheblich belasten.

Globale Einordnung der Messwerte

Europaweit landet der Juli mit 20,49 Grad lediglich auf dem elften Platz der wärmsten Monate. Weltweit belegt er mit 16,90 Grad den zweiten Rang hinter dem Rekordjahr 2023. Global übertraf der Monat das vorindustrielle Niveau um 1,47 Grad.

Auffällig ist die langanhaltende Hitzeperiode in Westeuropa. Seit Mai registrierten die Experten bereits vier Hitzewellen. Eine derartige Häufung gilt für diese Region als absolut außergewöhnlich.

Kreislauf aus Trockenheit und Hitze

Parallel zu den hohen Temperaturen hielt die extreme Dürre in vielen Gebieten an. Betroffen waren vor allem Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Österreich, Ungarn und die iberische Halbinsel. Der Feuchtigkeitsgehalt der Böden sank unter das Niveau des Dürre-Monats Juli 2022.

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„Wenn Böden austrocknen, verlieren sie ihre Fähigkeit, auf natürliche Weise für Abkühlung zu sorgen, so dass sich die Hitze noch leichter aufbauen kann“, erklärt Samantha Burgess von Copernicus. Sie ergänzt: „Dies ist ein deutliches Beispiel dafür, wie der Klimawandel Hitzeextreme verstärkt: Hitze und Dürre verstärken sich zunehmend gegenseitig.“

Niedrigwasser und warme Ozeane

Wegen des fehlenden Regens fielen die Pegelstände von Rhein, Donau und Seine massiv unter den Durchschnitt. Gleichzeitig erhitzten sich die Weltmeere auf ein Rekordniveau. Außerhalb der Polarregionen kletterte die Oberflächentemperatur im Juli auf 20,96 Grad.

Entlang der Atlantikküste und im westlichen Mittelmeer traten starke maritime Hitzewellen auf. Verantwortlich für die Entwicklung ist laut Copernicus auch das beginnende Klimaphänomen El Niño. Die EU-Behörde stützt ihre Berichte auf Milliarden von weltweiten Messdaten.