Wusste Alice Weidel (47) früher von den illegalen Schweizer Spenden, als sie zugibt? Geleakte AfD-Mails nähren genau diesen Verdacht. 2017 gingen beim Kreisverband Bodensee 132.000 Euro in 17 Tranchen ein. Das Geld war für Weidels Wahlkampf bestimmt.
Weidel beteuerte später, erst im September von den „ungebetenen“ Spenden erfahren zu haben. Die Mails erzählen laut „Spiegel“, ZDF und „Standard“ offenbar eine andere Geschichte: Schon im Juli rechnete sie mit Geld für ihren Wahlkampf.
📌 Fakten zum AfD-Leak Im Oktober 2026 wurde ein massiver Datensatz nach einem Hackerangriff veröffentlicht. Der Datensatz umfasst insgesamt rund 280 Gigabyte an Daten. Enthalten sind laut den Hackern etwa 421.000 E-Mails, knapp 50.000 Dokumente, 39.000 Mail-Anhänge und 165 Datenbanken. Der Zeitraum der Mails erstreckt sich von März 2013 bis September 2026.
Weidel und die brisanten Juli-Mails
Anfang Juli schrieb Weidel Parteikollegen, „die an mich gerichteten Spenden“ sollten in ihren Facebook-Wahlkampf fließen. Kurz darauf bat sie die Kreisschatzmeisterin, das Konto „2x wöchentlich“ zu prüfen. Ihre Begründung: „Es wurden mir Spenden avisiert“, also angekündigt.
Mitte Juli traf laut „Spiegel“ die erste Zahlung einer Schweizer Firma ein. Verwendungszweck: „Wahlkampfspende Alice Weidel Social Media“. Ein Social-Media-Manager soll damit mehr als 25.000 Facebook-Fans gekauft haben. „Süddeutsche Zeitung“ und ARD enthüllten die Affäre 2018.
Weidels Sprecher wehrt ab
Großspenden aus Nicht-EU-Ländern darf eine Partei in der Regel nicht annehmen. Deshalb kassierte die AfD fast 400.000 Euro Strafe. Weidel weist den Vorwurf zurück, früher Bescheid gewusst zu haben. Sie revidiere „keine ihrer Aussagen in der Causa“, erklärte ihr Sprecher.
Weidel habe mit vielen möglichen Unterstützern gesprochen, aber weder konkrete Summen noch die Schweizer Zahlungen erwartet. 2018 sprach sie sich für eine Rückzahlung der Spende aus. Die Staatsanwaltschaft Konstanz stellte das Ermittlungsverfahren gegen sie ein.
Die neuen Unterlagen stammen aus einem riesigen Datenleck mit Hunderttausenden AfD-Mails. Laut „Zeit“ sind auch Daten von mindestens 23.000 Erstwählern aus Mecklenburg-Vorpommern betroffen. Teils gingen die Listen unverschlüsselt raus, ein Passwort lautete schlicht „blau“. Die AfD versichert, alles vorschriftsgemäß gelöscht zu haben.
