Bald erreicht der Wahlkampf in Sachsen-Anhalt seinen Höhepunkt. Dann entscheidet sich, ob die AfD erstmals aus der Opposition heraustritt. Hinter den Kulissen feilt die Partei bereits seit geraumer Zeit an den Strukturen für diesen Ernstfall.
Zum zehnten Geburtstag der Partei gab Co-Chefin Alice Weidel die Marschroute vor. Damals forderte sie „Personalentwicklungsprogramme und interne Ausbildungsprogramme“, um für die Macht gerüstet zu sein. Mittlerweile nimmt dieses Vorhaben konkrete Formen an.
📌 Das ist die AfD Gründungsjahr: Die Partei wurde im April 2013 ursprünglich als euroskeptische Partei von Ökonomen und Politikern gegründet. Verfassungsschutz: Das Bundesamt für Verfassungsschutz stuft die Partei in Teilen sowie mehrere Landesverbände als nachgewiesen rechtsextremistische Bestrebungen ein. Migration: Kern der politischen Arbeit der AfD sind sehr kritische Positionen zu Migration, Asyl und Islam. Stellung im System: Andere im Bundestag vertretene Parteien grenzen sich klar von der AfD ab und schließen Koalitionen oder eine Zusammenarbeit aus.
Eigene Kaderschmiede für den Nachwuchs
In Berlin existiert inzwischen die Schwarz-Rot-Gold Akademie GmbH. Laut Handelsregister zielt das Unternehmen auf Schulungen für politische Tätigkeiten ab. Über genaue Lehrpläne schweigt sich die Parteiführung aus. Bundesschatzmeister Hannes Gnauck zieht dort die organisatorischen Fäden.
Für die inhaltliche Arbeit greift die Firma auf diverse Dozenten zurück. „Die Akademie macht den Landesverbänden ein Angebot: Suchen die nach der Wahl einen Büroleiter, einen Redenschreiber oder Referenten für ein Fachgebiet, dann können wir helfen“, erklärte Gnauck. Zudem soll eine neue Arbeitsgruppe künftige Gesetzesvorhaben absichern.
Nachhilfe aus Österreich
Wertvolle Tipps für die Praxis holen sich die Funktionäre bei der österreichischen FPÖ. Die rechte Schwesterpartei verfügt über jahrzehntelange Regierungserfahrung. Fraktionsvize Sebastian Münzenmaier schwärmte nach einem Treffen von „Rat und Expertise von unseren Freunden aus Österreich, die wissen, wie man erfolgreich Koalitionsgespräche bestreitet und Ministerien führt“.
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Auf den möglichen Wahlsieg in Sachsen-Anhalt hat Spitzenkandidat Ulrich Siegmund lange hingearbeitet. „Wir haben uns zehn Jahre lang darauf vorbereitet“, verriet der 35-Jährige im Fernsehen. Eine Minderheitsregierung schließt er kategorisch aus. Nur bei einer absoluten Mehrheit will der Politiker das Amt des Ministerpräsidenten übernehmen.
Wer dann am Kabinettstisch sitzen würde, bleibt vorerst sein Geheimnis. Gegenüber Journalisten gab er lediglich preis, dass seine Ministerriege bereits zu 95 Prozent feststehe. „Es werden Leute sein, die ich schon lange kenne“, sagte Siegmund und verwies auf Personal aus dem eigenen Landesverband.
Gewusst? So finanziert sich die Afd!
